Alles ihre Schuld von Andrea Mara hat mich schon mit seiner Ausgangssituation sofort gepackt. Eine Mutter möchte ihren kleinen Sohn nach einem Playdate abholen. Als sie an der angegebenen Adresse klingelt, kennt dort allerdings niemand ihren Sohn und auch von einem Playdate weiß niemand etwas. Milo ist verschwunden.
Ab diesem Moment entwickelt sich die Geschichte sehr dynamisch. Erzählt wird sie aus drei Perspektiven: Marisa, Milos Mutter, Jennifer, einer Nachbarin, und Irene, der Mutter einer Nanny, die ebenfalls in die Ereignisse verwickelt ist. Mit jeder Perspektive kommen neue Informationen hinzu und gleichzeitig entstehen immer neue Fragen.
Mir hat besonders gefallen, dass die Spannung nicht durch einen Plot Twist nach dem nächsten entsteht, sondern durch die zentrale Frage: Was ist mit Milo passiert? Man möchte einfach immer weiterlesen, weil sich ständig neue Verdachtsmomente ergeben und sich die Geheimnisse der Figuren nach und nach entfalten.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass das Buch ein hohes Tempo beibehält. Die Figuren sind genau so ausführlich gezeichnet, wie es die Geschichte braucht nicht überladen, aber ausreichend, um ihre Entscheidungen nachvollziehen zu können.
Auch die Auflösung hat mir richtig gut gefallen. Einige Zusammenhänge hätte ich so nicht kommen sehen und ich mochte, dass nicht nur ein Geheimnis aufgedeckt wird, sondern mehrere Handlungsstränge bis zum Ende spannend miteinander verwoben bleiben.
Wer spannende Thriller mit mehreren Perspektiven, vielen Geheimnissen und einem hohen Erzähltempo mag, dürfte mit Alles ihre Schuld bestens unterhalten werden.