Krasse Twists am Ende und ein sehr spannendes Thema
In "Alles ihre Schuld" geht es um Familie Irvine, dessen vierjähriger Sohn Milo entführt wird, nachdem er eigentlich zu einem Playdate mit seinem Klassenkameraden Jacob gehen sollte. Es stellt sich heraus, dass die genannte Adresse falsch ist und Jacobs Mutter Jenny die Nachricht zur Verabredung nie geschrieben hat... eine fieberhafte Suche beginnt. Ich fand den Klappentext und den Einstieg in die Geschichte wahnsinnig spannend. Relativ schnell kommt man dahinter, wer Milo entführt hat und nun startet natürlich die große Frage des Warum. Durch Perspektivwechsel, Rückblenden und viele Nebencharaktere erhält man beim Lesen zwar immer mehr Verdächtige, jedoch ist das Motiv nach wie vor ein Rätsel. Das Buch ist in drei Teile unterteilt, die unterschiedliche Schwerpunkte im Verlauf der Geschichte haben. Hier werde ich aus Spoilergründen aber nicht näher ins Detail gehen. Mir hat an diesem Thriller sehr gut gefallen, dass er ohne große Beschreibung von Gewalt auskommt und dass er spannend war, ohne dabei eine so krasse Sogwirkung erzeugt zu haben, dass man ihn nicht beiseite legen konnte. Leute, die einen wirklich heftigen Psychothrill suchen, werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. Einige Passagen fühlen sich eher wie ein Roman mit düsterem, spannenden Thema an, was meinem persönlichen Leseerlebnis aber keinerlei Abbruch getan hat. Die Twists am Ende habe ich absolut nicht kommen sehen, sind aber logisch und heben die Geschichte noch einmal auf eine ganz neue Ebene. Lediglich moralisch fand ich das Ende minimal belastend. Trotzdem habe ich diesen Thriller wirklich sehr gerne gelesen, kann ihn vor allem auch an Einsteiger empfehlen, da er vergleichsweise harmlos ist (was - wie oben schon erwähnt - nicht negativ gemeint ist!) und bin gespannt auf weitere Werke der Autorin ¿