Ein gelungener Reihenabschluss
Mit Sparkles like Moonlight findet die Tennessee-Dreams-Reihe von Ann-Kathrin Falkenberg einen gefühlvollen Abschluss, der ganz auf das beliebte Friends-to-Lovers-Trope setzt - und dabei zeigt, wie schmerzhaft und kompliziert dieser Weg sein kann.Im Mittelpunkt steht Amy, die ihr Studentenleben an der University of Tennessee eigentlich liebt. Doch hinter der Fassade aus Vorlesungen, Partys und Dating-Fails brodeln Zweifel: Ist das Studium wirklich ihr Traum? Und warum fühlt sich Hazelwood - und vor allem ihr bester Freund Rile - immer noch mehr nach Zuhause an als alles andere? Als Amy einige Wochen in ihre Heimat zurückkehrt, ist plötzlich nichts mehr wie zuvor. Rile ist distanzierter, hört sich ihre Dating-Geschichten nicht mehr geduldig an - und dann gibt es da auch noch Lilly. Zum ersten Mal wird Amy bewusst, wie sehr es schmerzt, Rile an jemand anderen zu verlieren. Und genau hier liegt die große Stärke des Romans: im langsamen, manchmal schmerzhaften Erkennen eigener Gefühle.Ehrlich gesagt hatte ich mit Amy zwischendurch meine Schwierigkeiten. Sie handelt oft impulsiv, denkt nicht immer über die Konsequenzen nach und wirkt stellenweise etwas selbstbezogen. Gerade der Umschwung ihrer Gefühle kam für mich nicht ganz fliessend - eben noch genervt von Riles offensichtlicher Zuneigung, im nächsten Moment scheint er plötzlich der Traummann zu sein. Dieser Übergang hätte für meinen Geschmack noch etwas mehr Tiefe vertragen. Rile dagegen war für mich das Herz der Geschichte. Der ruhige Büchernerd, loyal, aufmerksam und mit einer leisen Stärke, die ihn unglaublich sympathisch macht. Er ist Amys Gegenpol - und genau dieses "Gegensätze ziehen sich an" funktioniert hier besonders gut. Seine Geduld und sein innerer Konflikt haben mich deutlich mehr berührt als Amys anfängliche Unentschlossenheit.Die Geschichte lebt weniger von grossen dramatischen Ereignissen als von leisen Momenten: Blicken, unausgesprochenen Gefühlen, verpassten Chancen. Trotzdem fehlt es nicht an Spannung - besonders gegen Ende zieht das Tempo noch einmal an und sorgt für eine ordentliche Portion Drama, bevor das lang ersehnte Happy End endlich greifbar wird. Hazelwood selbst fühlt sich dabei wie ein vertrautes Zuhause an. Für Leser*innen der Reihe ist es schön, bekannte Figuren wiederzutreffen und noch einmal in diese Welt einzutauchen. Die Atmosphäre ist warm, emotional und stellenweise bittersüss.Insgesamt ist Sparkles like Moonlight ein ruhiger, gefühlvoller Abschluss, der nicht perfekt ist, aber berührt. Wer Friends-to-Lovers-Geschichten liebt, Geduld für langsame Gefühlsentwicklungen mitbringt und sich auf eine emotionale Reise zwischen Selbstzweifeln, Eifersucht und echter Verbundenheit einlassen möchte, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.