Mit der Stimme und in Gestalt von Schauspieler und Autor August Schmölzer gibt der ORF, dem fiktiven, durch eine Linke (österreichisch für Intrige) aus dem Gemeinderat einer steirischen Gemeinde geekelten Vizebürgermeister Sepp Oberdengler eine Möglichkeit, mutig jene Dinge anzusprechen, die ihn und viele andere bewegen. Dass manches aus seiner durchaus höchst persönlichen Sicht entspricht, ist natürlich Absicht.
So sinniert Sepp Oberdengler zum Beispiel im November 2023:
Überall Lichter, aber wenig Wärme. Wir ersetzen den inneren Friede durch Konsum und nennen das Besinnung. Weihnachten wird laut, hektisch und teuer. Vielleicht täte uns Stille besser als Jubel. Weniger Glanz, mehr Gewissen. Sonst feiern wir uns leer.
Ein Gedankengang, dem ich und einige Freunde sehr viel abgewinnen können. Probieren wir es einfach aus und entsagen wir dem Konsumrausch.
Man kann die markante Stimme von August Schmölzer dankenswerterweise im Radio hören. ORF Steiermark bietet ihm mit Oberdenglers Rundschau jeden ersten Sonntag im Monat nach den Kirchenglocken, um 12.15 Uhr, eine Plattform den Menschen die Wahrheit über Gott und die Welt, sowie die Politik, zu sagen. Mit viel Fingerspitzengefühl, das manchmal genau dort hin zeigt, wo es auch schmerzt, versucht Schmölzer die Menschen zu eigenem kritischen Denken anzuregen und vorherrschende Denkmuster zu hinterfragen. Änderungen des bisherigen Denkens sind möglich und durchaus erwünscht!
Dieses Buch ist ein Querschnitt der Sendungen. Sepp Oberdengler ist so etwas wie das steirische Gewissen!
August Schmölzer legt seine Kunstfigur Oberdengler mit durchaus spitzen Humor und fein dosierte Ironie sowie und klugen Statements an. Wobei er den Menschen aufs Maul schaut und sich der Sprache der einfachen Menschen bedient. Kurz und knackig, so hält sein sein Alter Ego Oberdengler den Menschen einen Spiegel und enttarnt Widersprüche in deren Aussagen. Jeder dieser ironischen Monatsrückblicke endet mit der Aufforderung:
Und aufpassen! Der Teifl schloft net! (Aufpassen, weil der Teufel schläft nicht!
Besonders nachdenklich stimmt mich Oberdenglers Statement vom August 2026:
Schreien is leicht. Reden is schwer. Die Welt brennt, die Kassen sind leer, die Kultur blutet. Aber wer nur spaltet, heilt nix. Demokratie lebt vom Widerspruch, nicht vom Vernichten. Deshalb brauchts weniger Zynismus und mehr Gespräch.
Dem ist wohl wenig hinzuzufügen.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Aufruf zur Zivilcourage, den man nun auch nachlesen kann, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.