Inhalt: Capitaine Roger Blanc ist von Gadet ins benachbarte Salon-de-Provence versetzt worden, wo er ab jetzt vor allem rätselhafte Cold Cases aufklären soll. Sein erster Fall ist ein Mord, der vor sechs Jahren stattgefunden hat: Damals wurde eine Familie in ihrem Auto auf einem entlegenen Parkplatz in den Alpilles nahezu vollständig ausgelöscht. Ebenso starb dort ein Radfahrer, der scheinbar nichts mit den anderen Opfern zu tun hatte.
Blanc und seine Kollegen ermitteln in Eyguières und in Aureille, zwei malerischen Kleinstädten, deren Bewohner jedoch dunkle Geheimnisse mit sich herumtragen. Da ist die Freundin eines Opfers, die durch das Verbrechen zu einem Kind und Geld kam. Die alte Bäuerin, die sich betrogen fühlt. Da sind die beiden Rentner, die nicht nur als Touristen in die Provence fahren. Und dann die Toten selbst, die immer mysteriöser werden, je länger die Ermittlungen andauern. Nach und nach entwirren Blanc und seine Kollegen ein Gespinst aus Lügen, Täuschungen und Illusionen. Bis sie erkennen, was sich an dem heißen Sommertag vor sechs Jahren wirklich zugetragen hat.
Für mich war es der erste Krimi aus der Roger Blanc - Reihe obwohl es tatsächlich wohl bereits der 13. Band ist. Irgendwie ist dieser Schriftsteller bisher leider komplett an mir vorbei gegangen. Und ich bin froh, dass ich durch dieses Buch endlich über ihn gestolpert bin, denn erstens liebe ich Krimis, die an Orten spielen, wo ich gerne Urlaub machen. Und zweitens konnte mich Cay Rademacher mit seinem Schreibstil und dem packenden Cold-Case restlos überzeugen.
Angesprochen hat mich schon das herrliche Cover, welches die malerische Provence mit Lavendelfeldern, einem bezaubernden Sonnenuntergang und einem verfallenen Haus zeigt. Alleine schon beim Betrachten bekommt man Urlaubsgefühle und kann sich gar nicht so recht vorstellen, dass an so einem bezaubernden Ort schlimme Dinge passieren können. Aber der Schein trügt...
Das Setting in der Provence wird so bildhaft und lebendig beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, direkt alles vor mir zu sehen, mitten drin zu sein und trotz des schrecklichen Geschehens in jenem heißen Sommer vor sechs Jahren kommt irgendwie ständig Urlaubsflair auf. Herrlich! Auch Blanc und sein Ermittlungsteam, welches akribisch jeder Spur nachgeht, kam sympathisch und kompetent rüber. Gerne wäre man selbst gerne Teil des Teams.
Der Fall selbst, ein Cold-Case vom Feinsten, ist nicht nur spannend beschrieben, sondern voller rätselhaften Wendungen auf dem Weg zur Aufklärung. Das Ende kam nicht völlig überraschend, dennoch wurde mir beim Lesen keine Sekunde langweilig.
Fazit: Wie oben bereits beschrieben, bin ich froh, endlich auf diese Reihe gestoßen zu sein (hat ja lange genug gedauert...). Ich werde mir weitere Bände besorgen und kann für diesen hier nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen und vergebe sehr gerne 5 Sterne.