Cozy Fantasy mit gemütlicher Kleinstadt-Atmosphäre
Als mysteriöse Umstände Viola nach Fairytown führen, hat sie eigentlich im Sinn, hier nur ihre Zeit abzusitzen, doch als sie Ben trifft, den Jungen, der für dieselbe Stelle als Au-pair eingeladen wurde, erwacht in ihr der Kampfgeist. Während die Rivalität der beiden für einiges an Unterhaltung, Schlagabtausche und Motivation sorgt, sind es seltsame Vorkommnisse, die die 17-Jährige stutzen lassen: Wer streicht jede Nacht die Wände ihrer Gastfamilie neu, versteckt ihre Klamotten und ... war das ein Eichhörnchen in festlicher Kleidung?Viola und Ben begreifen bald, dass "Fairytown" kein normales Städtchen und ihr Ankommen hier kein Zufall ist. Der Ort und die BewohnerInnen sind magisch, liegt er doch an der immer durchlässigeren Grenze zur Feenwelt und eine Bedrohung, die nicht so recht in die cozy Gassen passt, schwebt über allem ...In "Fairytown: Where the Magic Sleeps" führt uns Christian Handel in eine Geschichte voller Wärme, cozy Vibes und Herzflattern. Es war wirklich wunderbar, die Protagonistin kennenzulernen, Fairytown zu ergründen und zu erleben, wie Ben und Viola ihre Rivalität begraben, um gemeinsam die Stadt zu retten. Wie Vertrauen zwischen ihnen wächst. Der Autor setzt auf Humor und Leichtigkeit im Stil, auf einfache, klare Worte und lässt uns das Setting durch viele Details betrachten. Buchhandlungen, herbstliche Märkte, kleine Cafés und eine Imkerei fügen sich perfekt in die anvisierte Atmosphäre: von Ruhe durchzogen, mystisch und gleichermaßen unvorhersehbar. Normalität vs. Magie. Ich habe das Buch wie durch einen Sepiafilter gelesen, nichts war zu laut oder zu schnell, sondern durchweg entschleunigt, geborgen, genau richtig nach einem stressigen Tag. Dass Viola und Ben so unterschiedlich sind - Ordnung trifft auf Chaos, strikte Planung auf wilde Spontanität - sorgt des Öfteren für kleine Unstimmigkeiten, für aneinander Geraten, was die Dynamik selbst später nicht eintönig werden lässt. Beide öffnen und entwickeln sich im Verlauf, zweifeln und wachsen, was ich in einem Jugendroman als wichtig erachte. In Kombination mit der süßen Idee, den fantasievollen Elementen und dem dichten Kleinstadt-Charakter war diese Story wie eine Umarmung - der sich auch Erwachsene nicht entziehen können.Die Nebenfiguren sorgen für Abwechslung, bringen Witz und Charme, während das Schwinden der Grenze, die Ursache hierfür und ein Plan, dies zu Verhindern, die Spannung antreibt und mehrfach eine Ahnung von Aufregung bereithält. Handel integriert zudem Themen wie Selbstfindung, Freundschaft und Zusammenhalt. Erzählt vom Mut, Ängste zu überwinden, etwas zu wagen, neu anzufangen. Und natürlich davon, eine Stadt zu retten.