Mit Rosen und Knochen erschafft Christian Handel eine eindrucksvolle, düstere Märchenadaption. Im Mittelpunkt stehen die Dämonenjägerinnen Schneeweißchen (Muireann) und Rosenrot (Rose), die von den Bewohnern eines abgelegenen Dorfes gerufen werden, um den Geist einer alten Hexe zu bannen. Doch trotz all ihrer Erfahrung stoßen sie an Grenzen, die weit über das Erwartbare hinausgehen.
Rosen und Knochen ist mein erstes Buch von Christian Handel und ich liebe alles daran. Besonders fasziniert hat mich die konsequent dunkle, beinahe unheimliche Atmosphäre, mit der bekannte Märchenmotive neu und mutig interpretiert werden. Der angenehme, flüssige Schreibstil sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Schneeweißchen (Muireann) und Rosenrot (Rose) sind zwei hervorragende Charaktere, es macht große Freude, sie auf ihrem gefährlichen Weg zu begleiten, vor allem, weil sie nicht als makellose Heldinnen auftreten, sondern als Figuren mit Tiefe, Zweifeln und Entwicklung.
Ich liebe düstere Märchenadaptionen mit leichten Horrorelementen, insbesondere weil sie den Märchen wieder näherkommen, wie sie ursprünglich gedacht waren: unheimlich, warnend und alles andere als harmlos. Besonders gelungen fand ich auch das Nachwort, in dem Christian Handel die Entwicklung und Ursprünge der Märchen erläutert. Es macht deutlich, dass man bei dieser Geschichte bewusst Abstand von den weichgespülten Versionen aus Kindheitstagen nehmen sollte.
Alles in allem ist Rosen und Knochen eine kurzweilige, atmosphärisch dichte und absolut lesenswerte Märchenadaption. Ich werde definitiv weitere Bücher von Christian Handel lesen. Wer düstere Märchen liebt und sich gerne in finstere, magische Welten entführen lässt, sollte hier unbedingt zugreifen.