Christian Mertens Erstlingswerk ist eine wunderbare Hommage an das Kaffeehaus! Falls man sich nicht schon in einem befindet und dies ist für die Lektüre wärmstens empfohlen , wird man sofort gedanklich in ein Belle-Epoque-Café versetzt so überschwänglich und liebevoll werden die kleinen Details dieser Welt beschrieben, angefangen vom Interieur mit "Gewölbedecken", "lederbeschlagenen Bänken" und dem "Bösendorfer-Flügel" über den "entschlossenen Schritt " des Kellners bis zum Gedanken an die Gassen Neapels beim Genuss des Espressos. Aber was wäre ein Café ohne Kaffeehausbesucher! Diese und ihre kleinen Lebensgeschichten beschreibt Christian Mertens mit einer Hingabe und Sprache, die in der zeitgenössischen Literatur selten geworden sind, ja, einer Kaffeehausstunde der vorletzten Jahrhundertwende entsprungen zu sein scheinen, aber doch mit vollem Gegenwartsbezug und einer ganz modernen Kurzweiligkeit. Ergänzt werden die Kurzgeschichten durch eine kurze Geschichte des europäischen Kaffeehauses und seiner berühmtesten Vertreter, die sofort den Wunsch nach einer genussvollen Kaffeehausreise weckt. Absolut empfehlenswert!