Wieder ein toller band
Making Waves hat mich wieder einmal daran erinnert, warum ich die Franklin-University-Reihe so sehr mag: Jede Geschichte steht für sich, trägt aber die vertraute Atmosphäre des Campus in sich - und Alex' und Remys Geschichte ist dabei ein echtes Highlight.Im Mittelpunkt stehen zwei junge Männer, die schon seit Kindertagen miteinander verbunden sind, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise. Alex ist eng mit Bailey befreundet und hat sich heimlich in dessen älteren Bruder Remy verliebt - ein Gefühl, das er jahrelang mit sich herumträgt. Ein einziger zärtlicher Moment zwischen Alex und Remy hätte alles verändern können, doch stattdessen führt er zu einem tiefen Bruch. Bailey gibt Remy die Schuld für die Trennung ihrer Eltern und begegnet ihm seitdem mit offener Ablehnung. Dadurch steckt Alex in einem emotionalen Dilemma, aus dem er sich nicht zu lösen weiß.Als Alex und Bailey ans College wechseln und Remy dort ebenfalls präsent ist, flammt die alte Anziehung zwischen Alex und Remy sofort wieder auf. Ihre Chemie ist spürbar, schon bevor sie sich wirklich aufeinander einlassen. Doch im Hintergrund schwebt ständig die Frage: Was passiert, wenn Bailey davon erfährt?Christina Lee erzählt die Geschichte aus beiden Perspektiven, was unglaublich viel Tiefe schafft. Remy wirkt zunächst verschlossen, getragen von der Last eines Familiengeheimnisses, das seine Beziehung zu seinem Bruder zerstört hat. Sein Schmerz ist greifbar, aber gleichzeitig erkennt man, wie sehr er sich nach Nähe sehnt. Alex hingegen ist warmherzig, loyal und voller unausgesprochener Sehnsüchte. Seine Bewunderung für Remy begleitet ihn seit Jahren, und es ist rührend zu beobachten, wie er zwischen Freundschaft und Liebe balanciert.Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin Sport und Kunst miteinander verknüpft: Alex im Schwimmteam und Remy als Künstler - zwei Welten, die unterschiedlicher kaum sein könnten, sich aber wunderbar ergänzen. Die Szenen im Atelier, die Wettkampfvorbereitungen und die gemeinsamen Momente der beiden lassen die Welt der Franklin University lebendig wirken.Bailey sorgt für eine ordentliche Portion Konfliktstoff. Seine Verbitterung wirkt zunächst überzogen, ergibt aber im Verlauf Sinn - gleichzeitig ist es frustrierend, wie sehr seine Wut das Leben aller Beteiligten beeinflusst. Gerade diese Dynamik sorgt aber für emotionale Wendungen, die die Geschichte antreiben.Insgesamt bietet Making Waves eine warme, gefühlvolle Second-Chance-Romance mit feinem Humor, vielen liebevollen Details und genug Dramatik, um durchgehend zu fesseln. Die zahlreichen vertrauten Gesichter aus früheren Bänden und die liebevoll gestaltete Atmosphäre runden das Leseerlebnis ab.Eine wunderschöne, kurzweilige College-Lovestory, die mich berührt, unterhalten und vollkommen abgeholt hat.