Wiederholungen, groteske Figuren, absurde Handlung ¿ der dritte Teil der Housemaid-Reihe kann nicht mit den Vorgängern mithalten.
INHALTMillie hat sich nach ihrer aufwühlenden Vergangenheit ihren Traum erfüllt: Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in einem hübschen Häuschen in einer ruhigen Gegend und kann in ihrer Tätigkeit als Sozialarbeiterin endlich Menschen auch auf offiziellem Weg helfen. Doch die Idylle trügt: Ihre Nachbarin Suzette schmeißt sich äußerst offensichtlich Millies Mann an den Hals, sie fühlt sich beobachtet und mit dem Haus scheint etwas nicht in Ordnung zu sein. Und auch ihr ansonsten aufgeweckter Sohn Nicolas nimmt auf einmal aggressive Verhaltenszüge an und zieht sich immer mehr zurück ... War es ein Fehler, ihre gewohnte Umgebung in der Bronx hinter sich zu lassen? Was geht hier auf Long Island vor?MEINUNGWie auch bereits im zweiten Band der "Housemaid"-Reihe muss ich anmerken, dass sich die Autorin häufig wiederholt - schon nach der ersten Erwähnung sollten die Leser*innen wissen, dass Millies Mann unsagbar attraktiv ist, sie eine irrationale Angst hat, er würde sich den Rücken verletzen, er sich einen Kundenstamm in Long Island aufbauen möchte oder Millie sich ständig Sorgen um ihre Kinder macht - um nur ein paar Beispiele der laufenden Wiederholungen zu nennen. Millie als Hausfrau und Mutter ist wenig spektakulär, die Autorin verliert sich in Beschreibungen der familiären Situation, in den Erläuterungen der Ereignisse aus den vorhergehenden Romanen und Millies Abneigung gegenüber ihren Nachbarn. Die Charaktere werden in vollkommen übertriebene, unsympathische und gar groteske Formen gezwängt und eigentlich hätte ich irgendwann nichts mehr dagegen gehabt, wenn einfach die gesamte Nachbarschaft sang- und klanglos dahinscheiden würde.In den letzten Bänden hat die zweite Hälfte des Buchs mit unvorhersehbaren Wendungen das Ruder herumgerissen, in "Sie kann dich hören" bleiben die dramatischen Erkenntnisse allerdings aus, die Entwicklungen sind äußerst vorhersehbar und die "Problemlösung" war irgendwie ... absurd.FAZITDer dritte Teil der "Housemaid"-Reihe kann als nette Ergänzungen gesehen werden, überragend ist er allerdings nicht.