Millie bekommt die Chance auf einen Neuanfang als Hausmädchen. Doch hinter der perfekten Fassade der Familie Winchester lauern dunkle Geheimnisse. Besonders Hausherrin Nina verhält sich zunehmend unberechenbar. Was harmlos beginnt, entwickelt sich schnell zu einem nervenaufreibenden Psychospiel, bei dem Millie niemandem trauen kann und bei dem nichts so ist, wie es scheint.
Nina ist eine unglaublich schreckliche Frau, die man wirklich zu hassen lernt. Ihre Tochter ist völlig verzogen und behandelt Millie ohne jeden Respekt. Diese kann einem echt nur Leid tun. Zum Glück ist wenigstens Ninas Mann Andy nett zu ihr. Allerdings ist Millies Verhalten meiner Meinung nach manchmal ganz schön naiv und fast dämlich, angesichts dessen wie Nina mit ihr umspringt und was sie über diese im Verlauf erfährt. Das kann ja nur nach hinten los gehen. Und dann kommt es zu einem Perspektivenwechsel, der dafür sorgt, dass man Nina und Andy besser kennenlernt. Für mich hat das die Geschichte so viel besser und noch heftiger gemacht.
Die Atmosphäre ist dicht und stellenweise beklemmend man spürt förmlich die Enge des Dachzimmers und die unterschwellige Bedrohung, die über dem Haus liegt. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel enden oft mit kleinen Cliffhangern. Mit dem Plottwist habe ich wirklich nicht gerechnet! Genau solche unerwarteten Wendungen und die konstant hohe Spannungskurve machen das Buch zu einem echten Pageturner. Ich fand allerdings, dass die Konflikte am Ende ein bisschen zu einfach gelöst wurden.