Meinung:
Erster Satz: Ein Chor aus Jubelschreien erfüllt Vesalis Straßen.
Das Cover ist wirklich schön. Das Schwert, die Farben und die kleinen Details machen schon was her. Es passt von der Stimmung her auch gut zu dem Buch.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach gehalten, wodurch man schnell in dem Buch voran kommt. Geschrieben ist es in der dritten Person, wobei man sowohl Aries als auch Zelie folgt und somit von beiden viel mitbekommt.
Zu Beginn lernt man Zelie, einen Menschen und Heerführerin, kennen. Sie untersucht die Sichtungen von Monstern aus einer Kluft und stößt dabei auf den Nachtelfen Aries. Menschen und Nachtelfen sind verfeindet, doch die beiden sehen eine gemeinsame Bedrohung und wollen dagegen angehen, nur haben die Herrscher andere Pläne.
Der Einstieg in das Buch ist mir recht leicht gefallen. Man lernt Zelie kennen und ihren Helfer Dzem. Schon recht schnell taucht auch Aries auf und man lernt ein wenig über die Bedrohung. Insgesamt war das spannend und weckt auch das Interesse, die Informationen sind am Anfang allerdings noch spärlich und ich habe ein wenig gebraucht, um mich in der Welt zurechtzufinden.
Zelie fand ich interessant, aber auch ein wenig blass. Man weiß nicht, wie sie Heerführerin geworden ist oder sieht sie diesen Job ausführen, es wirkt eher so, als sei sie eine normale Kriegerin. Ansonsten fand ich ihre Beziehung zu Dzem ein bisschen merkwürdig, denn zuerst sieht sie ihn nur als Untergebenen und behandelt ihn auch so, aber plötzlich tut sie so als wären sie beste Freunde. Ihre Sprunghaftigkeit fand ich da ein wenig mühsam. Immer wieder wechselt sie ihre Meinung und handelt anders, als man es erwartet. Aber ich fand ihren Mut und ihre Entschlossenheit gut, sie sieht eine Bedrohung und will diese ausschalten und damit alle Menschen beschützen.
Bei Aries verhält es sich ähnlich. Ich kann ihn nicht wirklich gut beschreiben, außer dass er ein Paladin ist, stark, ein Reittier hat und sein Bruder der König der Nachtelfen ist. Aber ansonsten ist sein Charakter recht flach. In seinem Verhalten sah ich nie eine Überraschung und obwohl ich ihn grundsätzlich mochte, hätte er doch noch viel besser werden können.
Positiv muss ich gleich einmal die Idee selbst hervorheben. Zwei verfeindet Völker, eine gemeinsame Bedrohung, die einmal nicht ein drittes Volk ist und zwei unterschiedliche Personen,die gezwungen werden zusammenzuarbeiten. Ist nicht unbedingt neu, aber ich mag sowas sehr gerne. Die Mondschleicher als Monster waren ebenfalls richtig gut gemacht und ich hätte gerne noch mehr über sie erfahren und gelesen. Wann immer diese Dinger auftauchten wurde es spannend und actionreicht.
Die Liebesgeschichte fand ich tatsächlich auch gut, denn es ist nicht so, dass sich die beiden unsterblich verliebt haben. Es beginnt eher mit Lust und schlägt dann in eine Schwärmerei um. Man merkt nicht viel von Gefühlen, was ich persönlich begrüße, sondern liest eher, wie sich langsam etwas entwickelt. Ich denke, dass man hier in Band zwei noch viel in diese Richtung lesen wird. Hier gibts also wirklich Slow-Burn, was die Autorin aber auch gut hinbekommen hat. Keine Liebe auf den ersten Blick.
Was ich allerdings bekriteln muss ist das world building und die zeitlichen Abläufe. Ich habe bis jetzt keine wirkliche Ahnung, wie die Welt aufgebaut ist, weil es einfach nicht beschrieben wurde. Es kam mir so vor, als wäre die Voraussetzung für das Buch, dass man sich die Welt von unserer ableiten muss. So gab es Wasserkanäle und andere moderne Erfindungen, aber ansonsten habe ich keine Ahnung von der Welt. Ich hätte mir eher was mittelalterliches vorgestellt, aber ich weiß es einfach nicht. Ebenso waren die Reittiere der Protagonisten recht abstrakt für mich. Das von Zelie kann anscheinend gut klettern, hat viele Füße und das wars schon. Bei Aries sieht es anders aus, dein Tier kann fliegen, aber ich weiß echt nicht, wie ich mir die vorstellen soll. Ich dachte da einfach an einen Drachen.
Zeit scheint in dem Buch auch keine wichtige Rolle zu spielen, denn es wird wild zwischen den Szenen hin und her gesprungen und man musste sich selber denken, ob jetzt eine Stunde, ein Tag oder eine Woche vergangen war. Auch scheint die Reisezeit ein abstraktes Konstrukt zu sein, denn plötzlich sind die Charaktere in einer anderen Stadt, obwohl zuerst erwähnt wurde, dass das drei Tage dauern würde. Aber gefühlt sind sie an einem Tag in der ersten und am nächsten in der zweiten Stadt. Ich konnte es absolut nicht nachvollziehen, wie das zeitlich funktionieren sollte und war da einfach oft verwirrt.
Die Bedrohung durch die Mondschleicher fand ich wie gesagt gut und gegen Ende kommt da noch ein bisschen was in die Richtung. Ich mochte den Ausgang der Geschichte und es gab noch ein paar Wendungen, die nicht unbedingt überraschend waren, aber trotzdem unterhalten haben. Ob ich Band zwei lesen werde weiß ich noch nicht.
Fazit:
Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut und in manchen Aspekten hat es mir wirklich gut gefallen und in anderen eher nicht so. Insgesamt ist es eine leichte Fantasygeschichte, wobei ich die Charaktere als zu flach empfunden habe und mir mehr Beschreibungen der Welt gewünscht hätte. Insgesamt gebe ich dem Buch 3 Sterne.