Inhalt:
Casdan arbeitet als Raketentechniker im Raumfahrtzentrum von Yazahaan, einem Superstaat, der nach der großen Katastrophe entstanden ist. Alles Streben in diesem Staat ist einer großen Aufgabe gewidmet: Eine Rakete zum Mond zu senden, um Kontakt mit der verloren gegangenen Mondkolonie aufzunehmen.
Doch da ist das Problem 73 an dem alle Ingenieure immer wieder scheitern. Als Casdan mit einer geheimen Missio betraut wird, ist er einerseits begeistert, doch die Gefahren im Hintergrund lassen sich nicht so einfach ausblenden.
Meine Meinung:
Johanna Brenne hätte wohl kaum einen besseren Zeitpunkt für den Release ihres Buches wählen können, als im Fahrwasser der Artemis-Mission, die die Menschheit seit langer Zeit das erste Mal wieder in die Nähe unseres Mondes gebracht hat.
Und wenn man sich das Setting so anschaut, dann kann die Geschichte sowohl in einer Galaxie weit, weit weg stattfinden, aber genau so gut auf einer postapokalyptischen Version der Erde.
Casdan ist dabei ein Protagonist, dem man sehr gerne durch die Unwägbarkeiten des Plots folgt. Ist er am Anfang noch ziemlich naiv, weil er nur auf das Problem der Rakete fixiert ist, lernt er schnell dazu und muss sich schließlich sogar dem komplexen Drumherum, genannt Politik stellen.
Nach und nach habe ich dabei Yazahaan näher kennengelernt. Ein Land, das in vielerlei Hinsicht Staaten wie Nordkorea, oder aber auch der DDR ähnelt. Solange man im System mitschwimmt, ohne es groß zu hinterfragen, kann das Leben durchaus angenehm sein, doch wehe, man stellt zu viele Fragen, oder etwas in Frage. Management bei Champignon ist dann nicht unüblich. (Die Untergebenen und das Volk im Dunkeln lassen mit Mist bei Laune halten und wenn sich Köpfe zeigen abschneiden.)
Die Autorin zeigt sehr geschickt, was Informationsmanagement bewirken kann, und vergleicht nebenher die Vor- und Nachteile zweier Staatsformen. Letztlich fragt man sich aber als Leser immer wieder, welche Information nun wahr ist und welche Sichtweise objektiver erscheint.
Der ganze Plot entwickelt sich dabei schnell zu einer Art Agentengeschichte und dadurch erhöht sich die Spannung kontinuierlich.
Dieser erste Teil dient dabei stark dem Aufbau des Szenarios, ohne langweilig zu werden, und ich bin schon sehr gespannt, wie das Unternehmen Mondrakete im zweiten Teil fortgeführt wird.