Ute Cohnen: »D`Annunzio sagte einmal, "Ich schmiede keine Pläne, ich glühe." Strategie durch Feuer und Emotion zu ersetzen - kommt Ihnen das in der gegenwärtigen politischen Landschaft bekannt vor? «
Kersten Knipp: »Wir leben in Zeiten, in denen der Intellekt es schwer hat. Die Kette der Krisen reißt ja seit über 15 Jahren nicht ab, und diese Krisen sind ja nicht eingebildet. Sie gehen an die Substanz. Allein intellektuell lässt sich das kaum bewältigen, wir alle sehnen uns nach Erlösung. In einer solchen Situation treten vermehrt die auf, die uns da packen, wo es am leichtesten ist: an unseren Emotionen. Nicht umsonst werden derzeit imaginäre Gemeinschaften beschworen, denn sie geben Nestwärme, dank der Glut des Führers. Die Glut also. Kein Plan, jedenfalls kein brauchbarer. «
(Kersten Knipp im Interview mit Ute Cohen, Die Tagespost, 15. 05. 2025 )
»Kersten Knipp kombiniert in seiner Darstellung geschichtswissenschaftliche Studien mit literarischen Einschüben. Dies ermöglicht es, das damalige Lebensgefühl zwischen Dekadenz und nationaler Kränkung greifbar zu machen. Besonders aufschlussreich ist der Vergleich der revolutionären Exzesse in Fiume mit der Hippiebewegung der 1960er Jahre. [. . .] Dem Autor gelingt eine lebendige Schilderung der Republik von Fiume, die diese gut darstellt, aber auch wertvolle Einblicke in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bietet. «
(Grete Otto, buergerleben. com, 24. 03. 2025)