Melancholisch angehaucht soll der Fado laut landläufiger Meinung durchaus sein. Sehr melancholisch ist teilweise auch die Geschichte um die verschwundene Fado-Sängerin Dária Vale.
Die Handlung wird, wie schon in den vorangegangenen Bänden, wieder in zwei Erzählstränge aufgeteilt. Einerseits muss Helena Gomes den Mord an einer jungen Frau in einer abgelegenen Fabrikhalle aufklären, andererseits erzählt Henrik Falkner von einem sonderbaren Auftrag. Er soll dabei helfen, die verschwundene Fado-Sängerin Dária Vale wiederzufinden. Ein lukrativer Auftrag für den etwas schwächelnden ehemaligen Kommissar, der in Lissabon ein Antiquariat betreibt.
Beide Hauptprotagonisten stehen ein wenig sinnbildlich für die leichte Melancholie der Erzählung. Auf der einen Seite Helena Gomes, die von Selbstzweifeln geprägte Kommissarin, und auf der anderen Seite der körperlich oft angeschlagene Henrik Falkner, der versucht, seine Ermittlerqualitäten aus der Vergangenheit noch einmal aufblitzen zu lassen. Beide haben einen Hang zum Drama und raufen sich dann doch immer wieder zusammen. Dieses Zusammenspiel der beiden Charaktere, die auch privat ein Paar sind, sorgt für Kontinuität, aber auch für potenzielle Dramatik auch in diesem Fall.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und gut lesbar. Die einzelnen Kapitel werden abwechselnd aus der Erzählperspektive von Henrik und Helena erzählt und sind dadurch für die lesende Person gut nachvollziehbar.
Die Spannung der Handlung ist ordentlich, hatte für mich aber etwas weniger Durchschlagskraft als in den letzten Bänden der Reihe. Ich hatte früh eine Ahnung, wer hinter den Ereignissen stecken könnte, und lag dieses Mal tatsächlich auf der richtigen Fährte.
Das Thema Fado und die kulturelle Verflechtung der Portugiesen mit ihrer Musik hat der Autor jedoch sehr gelungen mit der Geschichte verknüpft. Ein Krimi, der auch ein Stück des portugiesischen Lebensgefühls widerspiegelt.