¿¿¿¿¿¿¿¿Okay, ich versuch das mal zu erklären, ohne abzudriften. Blaubeerfieber ist so ein Buch, das man nicht wegliest, sondern bei dem man automatisch ein bisschen langsamer wird. Ich hab gemerkt, wie ich öfter kurz aufgehört hab zu lesen, einfach um das Gefühl wirken zu lassen (und ja, das passiert mir nicht oft).Die Geschichte führt nach Appleaugh in Irland, ein kleines Dorf, in dem Erinnerungen und alte Geschichten überall mitlaufen. Lovis kommt mit ihrer Tochter dorthin, weil sie ein Haus geerbt hat und Antworten sucht. Und man merkt ziemlich schnell, dass dieser Ort seine eigene Meinung hat und dass Vergangenheit hier nicht einfach erledigt ist.Spannend fand ich vor allem diese Konstellation rund um Conor und die Verbindung zur Vergangenheit. Ohne viel zu verraten, geht es um Verantwortung, Entscheidungen von früher und darum, wie sehr Dinge nachwirken können, auch wenn man glaubt, sie längst abgeschlossen zu haben. Das trägt die Handlung total ruhig, aber konstant.Das Setting hat für mich ganz viel ausgemacht. Dieses Irland-Gefühl mit Natur, Nähe, Dorfdynamik und unausgesprochenen Spannungen hat die Geschichte richtig schön eingerahmt. Es fühlt sich nicht wie eine Kulisse an, sondern wie ein Ort, an dem diese Geschichte genau so passieren kann.Der Schreibstil ist angenehm, fließend und lässt Raum. Kein Überladen, kein Erklären bis ins Letzte. Man liest, versteht und fühlt trotzdem mit. Am Ende hatte ich dieses zufriedene "Ja, das war gut"-Gefühl (ihr wisst, was ich meine).