Kenntnis und fahrlässige Unkenntnis sind Grundbegriffe des deutschen Privatrechts, die bislang nicht umfassend untersucht wurden. Marvin Straub schließt diese Lücke und nimmt dabei zu zahlreichen Streitfragen Stellung; das Themenspektrum umfasst unter anderem den gutgläubigen Erwerb, die EBV-Haftung und den Missbrauch der Vertretungsmacht.
In German private law, there are numerous provisions that establish rules for cases where someone knows or should know a particular circumstance. This study examines the doctrinal significance of these statutory regulations and critically analyzes traditional explanatory models. Kenntnis und fahrlässige Unkenntnis sind Grundbegriffe des deutschen Privatrechts. Trotz ihrer großen Relevanz wurde die dogmatische Bedeutung der einschlägigen Normen bislang nicht umfassend oder zusammenhängend untersucht. Marvin Straub schließt diese Lücke. Im dogmatisch-kritischen Teil der Untersuchung hinterfragt er etablierte und weniger etablierte Erklärungsansätze; das Themenspektrum umfasst unter anderem den gutgläubigen Erwerb, die Rechtsschein- und EBV-Haftung, den Missbrauch der Vertretungsmacht, aber auch kauf- und bereicherungsrechtliche Spezialfragen. Im allgemeinen Teil der Untersuchung nimmt der Autor eine eigene dogmatische Einordnung der Kenntnisnormen vor und bezieht Stellung zu der bislang weitgehend ungeklärten Frage, worin sich das in
122 Abs. 2 BGB legaldefinierte Kennenmüssen von der grob fahrlässigen Unkenntnis unterscheidet.
Inhaltsverzeichnis
§ 1 Einführung in den Gegenstand der Untersuchung
§ 2 Gang der Untersuchung
§ 3 Die Lehren von der unerlaubten Handlung
§ 4 Die Obliegenheitslehre
§ 5 Das Selbstbestimmungsprinzip
§ 6 Venire contra factum proprium
§ 7 Die Rechtsscheinlehre
§ 8 Die ökonomische Analyse des Rechts
§ 9 Dogmatische Einordnung der Kenntnisnormen
§ 10 Die Sorgfalt beim " Kennenmüssen"