In "Footnotes of Fairytales" von Merit Niemeitz geht es um Brielle, die ihren Doktor in Märchen in Oxford macht. Am liebsten taucht sie allein in den Märchenwelten ab und will sich von nichts ablenken lassen, bis sie Geld braucht und deshalb eine Seminarleitung übernehmen muss. Allerdings ist ihre Konkurrenz niemand anderes, als Coben Bronte, den sie nicht nur nicht ausstehen kann, sondern der auch ihr Bibliothekstischnachbar ist. Aus ihrem Wettstreit wird ein neuer Deal und sie müssen plötzlich viel mehr Zeit zusammen verbringen, als sie wollten.
Diese Geschichte hat mich in eine andere Welt abtauchen lassen. Sie hat mir wieder die kleinen Wunder des Lebens gezeigt und mir eine Pause von meinem eigenen gegeben. Merits poetischer, metaphorischer und bildhafter Schreibstil passt perfekt zu der leicht magisch angehauchten Atmosphäre und ich habe mich in ihre Worte verliebt und darin verloren. Teilweise hat sich die Geschichte durch die vielen Umschreibungen und Vergleiche etwas gezogen, aber es hat so gut zum Vibe des Buches gepasst. Es ist so schön, beim Lesen die ganzen Märchenanspielungen zu finden, weil ich auch selbst eine Verbindung zu ihnen habe. Man könnte kritisieren, dass die Geschichte mit ihrer Perfektheit, wie alles am Ende zueinander passt und zueinander führt, unrealistisch rüberkomme, aber mich persönlich hat das gar nicht gestört. Es hat mich viel mehr verzaubert, wie die Zeichen zu einem vollen Bild geworden sind, es war wie ein Full-Circle-Moment.
Ich mochte Brielle und Coben wirklich gerne. Man hat gemerkt, dass sie sich guttun und zusammengehören und man konnte die (Magie)Funken zwischen ihnen spüren. Brielle ist manchmal ein bisschen sehr verkopft und hängt sehr an ihrer Vergangenheit und ich hoffe, dass sie sich im zweiten Band ein wenig mehr davon lösen kann, um sich selbst nicht so einzuschränken.
Auch wenn "Footnotes of Fairtytales" kein Fantasybuch ist, kann man die Alltagsmagie darin spüren. Es lässt einen abtauchen, verzaubert mit Merits Märchenwortwelten und lässt einen wieder ein kleines bisschen mehr an Wunder und Magie glauben.
Ich empfehle dieses Buch allen
-die ein bisschen Alltagsmagie wiederfinden wollen
-die eine tiefgründige, emotionale und magisch-anfühlende Romance suchen
-die keine schnelle Handlung brauchen, sondern sich auch gerne von Wortwelten tragen lassen