Ein aus meiner Sicht eher recht schwacher Teil einer starken Reihe
Das englische Original dieses 8.Teils mit den Slow Horses um Jackson Lamb erschien 2022. Eine Wissenschaftlerin aus der Schweiz, Sophie de Greer, die gerade für eine Tätigkeit als Spezialistin für Wählerverhalten und Wahlprognosen für die britische Regierung arbeitet, verschwindet plötzlich spurlos. Der Leiter der Arbeitsgruppe, der Sonderberater des britischen Premierministers, Anthony Sparrow, bittet den Geheimdienstkoordinator Oliver Nash um Hilfe, der den ehemaligen Chef des MI5, Claude Whelan, damit beauftragt, zu ermitteln, denn es besteht der Verdacht, dass der MI5 unter seiner Direktorin Daina Taverner etwas mit dem Verschwinden zu tun hat, da die Vermutung besteht, dass de Greer die Tochter einer ehemaligen Oberstin des KGB ist.In diesem Band haben mich die ausschweifenden Beschreibungen der Macken der Slough House Mitglieder etwas genervt. Ich weiß nicht genau, ob die wirklich mehr Raum eingenommen haben als in den anderen Bänden, aber es kam mir jedenfalls so vor. Auch an anderen Stellen zieht sich die Geschichte teilweise so in die Länge, dass eine gewisse Langeweile beim Leser entsteht, z.B. beim Überfall auf das Sanatorium des Geheimdienstes.Der schwarze Humor scheint mit demgegenüber etwas weniger ausgeprägt und gelungen zu sein, als ich von anderen Bänden in Erinnerung habe. Eine Stelle aber fand ich ganz wunderbar, nämlich als Claude Whelan Shirley anvertraut, dass seine Frau ihn wegen quasi eines anderen verlassen hat: ""Sie hat Gott gefunden", sagte er. Shirley konnte sich nicht beherrschen. "Ha" - "Das ist nicht lustig." Doch ein bisschen schon. "Ich habe auch gar nicht gelacht. Ich dachte nur: Gott. Ganz schön harte Konkurrenz."" (Diogenes Tb, 2026, S.413)Gefreut hat mich ein lapidarer Satz ganz am Ende des Romans, der die Rückkehr von River Cartwright an seinen Schreibtisch ankündigte, denn dessen Schicksal war seit dem Ende des letzten Bandes unaufgeklärt.Zusammenfassend ein eher schwacher Roman der Reihe. Zwei Sterne.