Personenschäden durch Unfälle mit fehlerhaften Produkten sind allgegenwärtig. Manche sind harmlos - andere eine Tragödie. Aus rechtlicher Perspektive stellt sich aber stets dieselbe Grundsatzfrage: Wie ist mit dem Schaden umzugehen? Deutschland und Neuseeland regeln den Ausgleich solcher Personenschäden sehr unterschiedlich.
Muriel Isa Nißle examines two systems of compensation for damages-the German producer and product liability system, which internalizes damages, and the New Zealand Accident Compensation Scheme for replacing liability-which organize compensation for personal injury caused by accidents involving defective products in completely different ways. While damages incurred in Germany generally remain within the relationship between the injuring party and the injured party and, if necessary, must be compensated by the manufacturer as the injuring party, all accident-related personal injuries in New Zealand have been compensated since 1974 by a no-fault accident compensation system that does not seek recourse from the injuring party. The author presents both systems, analyzes their basic structures, strengths, and weaknesses, and develops solutions for improving existing deficits. Mit der deutschen schadensinternalisierenden Produzenten- und Produkthaftung und dem neuseeländischen haftungsersetzenden Accident Compensation Scheme untersucht Muriel Isa Nißle zwei Ansätze, die den Ausgleich von Personenschäden durch Unfälle mit fehlerhaften Produkten gänzlich unterschiedlich organisieren. Während eingetretene Schäden in Deutschland grundsätzlich innerhalb der Schädiger-Geschädigten-Beziehung reguliert werden und gegebenenfalls vom Hersteller als Schädiger auszugleichen sind, werden sämtliche unfallbedingten Personenschäden in Neuseeland seit 1974 aus einem öffentlich-rechtlichen, haftungsersetzenden Entschädigungssystem beglichen, das keinen Regress beim Schädiger nimmt. Die Arbeit stellt beide Systeme vor, analysiert ihre Grundstrukturen, Stärken und Schwächen und entwickelt Lösungsansätze zur Verbesserung bestehender Defizite.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
A. Einführung und Problemaufriss
B. Gang der Untersuchung
Kapitel 1 - Konkurrierende Interessen bei Schadensereignissen
A. Grundsätzliche konkurrierende Interessen
B. Spezifische Interessen und Umstände bei Unfällen mit fehlerhaften Produkten
Kapitel 2 - Das deutsche Haftungsrecht und der Ausgleich von Personenschäden durch fehlerhafte Produkte
A. Gerechter Schadensausgleich
B. Effiziente Schadensprävention
C. Bestrafung
D. Zusammenfassung
E. Grundlagen der deutschen Produzenten- und Produkthaftung
F. Umsetzung der konkurrierenden Interessen in den Produzenten- und Produkthaftungsregeln
G. Defizite und Steuerungsgrenzen des deutschen (Produkt-)Haftungsrechts
H. Weiterführende Überlegungen
Kapitel 3 - Das neuseeländische Haftungsrecht und der Ausgleich von Personenschäden durch fehlerhafte Produkte
A. Verschuldenshaftung des Tort Law
B. Haftungsersetzung durch das Accident Compensation Scheme
C. Die Regelungen im Einzelnen
D. Zusammenfassung
Kapitel 4 - Der Interessenausgleich im neuseeländischen Accident Compensation Scheme
A. Schadensprävention und Einflussnahme auf Schädigerverhalten
B. Gerechter Schadensausgleich und Eintritt von Rechtsfrieden
C. Effizienz
Kapitel 5 - Gegenüberstellung und Würdigung des deutschen und des neuseeländischen Systems zum Ausgleich von Personenschäden durch fehlerhafte Produkte
A. Prävention
B. Gerechter Schadensausgleich
C. Effizienz
D. Zusammenfassung