Meine Meinung"Der Schrein" hat mich vor allem durch seine Atmosphäre erreicht. Die ruhige, schleichende Art des Horrors erzeugt ein konstantes Unbehagen, das mich beim Lesen begleitet hat. Besonders die Beschreibungen des abgelegenen Berges und des verwitterten Schreins fand ich stark.Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass die Handlung nicht immer genug Schwung entwickelt. Manche Passagen wirkten für mich zu gedehnt, und die Spannung flachte zwischendurch ab. Auch zu den Figuren, besonders zu Minami, konnte ich emotional nicht ganz durchdringen.Trotzdem mochte ich die Verbindung zur japanischen Folklore und die leise, unaufdringliche Art des Horrors. Die mythologischen Elemente wirken authentisch und geben der Geschichte einen besonderen Reiz. Gerade diese Mischung aus Realität und Übernatürlichem hat mich immer wieder zurück ins Buch gezogen. Für mich ist es ein solides, atmosphärisches Buch, das aber nicht ganz das Potenzial ausschöpft, das in der Idee steckt. Über die AutorinNanami Kamon wurde in Tokio geboren und studierte an der Tama Art University. Nachdem sie als Museumskuratorin gearbeitet hatte, begann sie in den 90er Jahren mit dem Schreiben. Ihre Werke beziehen oft ihr Wissen über japanische Folklore, Mythologie, Fengshui und das Übernatürliche mit ein. Mehrere ihrer Werke wurden bereits verfilmt, zuletzt Room 203 und Onmyoji Zero.Quelle: Verlag / vlb