Guter Einstieg ins Thema Overthinking mit sinnvollen Denkanstößen. Für Leser mit Vorkenntnissen bietet das Buch jedoch wenig Neues.
Ich habe das Buch als Hörbuch über BookBeat gehört.Beim Hören entstand bei mir schnell der Eindruck, dass das Buch weniger eine Sammlung von 23 konkreten Techniken ist, sondern sich vor allem darauf konzentriert, das eigene Mindset im Umgang mit Grübelschleifen und Overthinking zu verändern.Leider hatte ich auch das Gefühl, dass sich viele Inhalte mehrfach wiederholen. Das mag als bewusste Wiederholung gedacht sein, für mich zog sich das Hörbuch dadurch aber etwas.Ein Gedanke, der bei mir hängen geblieben ist, war die Frage, ob das eigene Grübeln dem persönlichen Ziel überhaupt dient oder ob es einen eher davon abhält, voranzukommen.Ebenso fand ich den Hinweis sinnvoll, dass sowohl ein zu eng getakteter Kalender als auch eine überquellende To-do-Liste Overthinking zusätzlich fördern können.Gut gefallen hat mir außerdem, dass das Buch nicht vorgibt, es gäbe die eine richtige Methode. Jeder muss letztlich selbst herausfinden, welche Strategien für ihn funktionieren. Dazu gehört auch, Gefühle nicht einfach zu verdrängen, sondern sie bewusst wahrzunehmen und einzuordnen. Welche Trigger lösen sie aus? Haben sie überhaupt etwas mit dem aktuellen Problem zu tun? Welche Bedürfnisse stecken dahinter - bei einem selbst und vielleicht auch bei anderen? In diesem Zusammenhang wird die Gewaltfreie Kommunikation kurz angesprochen. Den Teil hätte ich gerne etwas ausführlicher gehabt.Weniger nachvollziehen konnte ich dagegen einen Widerspruch im Buch. Einerseits wird betont, dass viele Menschen zu wenig echte Freizeit haben. Andererseits werden im Zusammenhang mit der Eisenhower-Matrix Freizeitaktivitäten wie Gaming eher als Zeitverschwendung dargestellt.Gerade das finde ich schwierig. Für den einen ist das Lesen eines Fachbuchs Entspannung, für den anderen ein Computerspiel oder ein kreatives Hobby. Entscheidend ist aus meiner Sicht nicht die Aktivität selbst, sondern ob sie der jeweiligen Person hilft, abzuschalten und neue Energie zu sammeln. Einen solchen Maßstab hätte ich hilfreicher gefunden als eine pauschale Bewertung einzelner Hobbys.Etwas anstrengend fand ich außerdem die ausführliche Darstellung negativer Gedanken. Das Problem zeigte sich vor allem dann, wenn solche Passagen liefen und ich das Hören unterbrechen musste - etwa weil ich mit dem Auto mein Ziel erreicht hatte. Dadurch blieben diese Inhalte teilweise stärker im Kopf, als mir lieb war.Insgesamt war für mich wenig wirklich Neues dabei. Vieles kannte ich bereits aus dem Bereich Selbstreflexion, persönlicher Entwicklung sowie aus Workshops zu Leadership und Agile Coaching.Mein Fazit:Wer sich bisher wenig mit dem Thema beschäftigt hat, bekommt hier einen guten Einstieg und einige Denkanstöße. Wer sich dagegen bereits intensiver mit Selbstreflexion und persönlicher Entwicklung auseinandergesetzt hat, wird vermutlich vieles wiedererkennen und nur wenige neue Impulse mitnehmen.