Der Klappentext von Riaru hat mich neugierig gemacht. Einerseits hat man dieses große Cyberunternehmen und andererseits Mic, eine junge Frau in Argentinien, die sogar mit einem abgeschlossenen Studium, es nicht einfach hat, eine gute Arbeit zu finden. Sie möchte sich gerne um ihre Eltern kümmern, möchte aber auch einen Job, bei dem sie sich gut fühlt. Als sie dann eines Tages von Tuuli, die Gründerin von Riaru kontaktiert wird, ist sie im siebten Himmel. Ziemlich schnell aber wird klar, dass etwas nicht stimmen kann.
Ich habe dieses Buch geliebt. Ab der ersten Seite war ich voll und ganz drin. Mic mochte ich sehr und mir gefiel es, sie und ihr Leben erst mal in Ruhe kennenlernen zu können. Nicht nur ihre Arbeit bei MailGoat und ihre Familie, aber auch die Gesellschaft und welche Rolle die Technologie spielt, werden dargestellt. So bekommt man als Leser schon ein Gespür für die Welt, in der die Handlung spielt und ist später auch vieles besser nachvollziehbar.
Mir gefiel sehr gut, dass Mic sich nicht blenden lässt durch die Unternehmenskultur bei Riaru. Auf den ersten Blick könnte man es vielleicht noch als hochmodern verklären und, dass man daher so viel für seine Mitarbeiter macht. Aber auf mich hat es eher wie eine Sekte gewirkt. Manchmal habe ich auch leicht Angst bekommen. Auf jeden Fall war mir schnell klar, dass ich da nie arbeiten möchte.
Obwohl mich das Ende nicht überrascht hat - wer aufmerksam liest und ein wenig mitdenkt, findet ziemlich schnell heraus, was da genau los ist - blieb die Geschichte aber bis zur letzten Seite spannend. Mit Mic habe ich intensiv mitgefiebert. Da sie Programmiererin ist, wird oft auch darüber geschrieben, aber immer so, dass man als Laie gut folgen kann Daher sollte man keine Angst vor diesem Cyber-Roman haben.
Insgesamt eine extrem spannende Geschichte mit einem fiesen Twist am Ende, die ich nicht aus der Hand legen konnte. Es regt auf jeden Fall zum Denken an. In Riaru kann die Technologie schon recht viel, trotzdem könnte man sich gut vorstellen, dass das in den nächsten Jahren auch in der realen Welt möglich sein wird. Durch das Lesen dieses Romans wird man mit Fragen konfrontiert, wie zum Beispiel: Wie weit darf Technologie und vor allem die Unternehmen, die neue Programme entwickeln, gehen? Welche Regeln braucht es? Und was ist wichtiger: Bequemlichkeit oder Datenschutz?
Absolut lesenswert!