Ein Buch, das unter die Haut geht, und noch lange bleibt
¿¿¿¿¿¿Birthday Girl - Penelope DouglasTropes:¿ Age Gap¿ Forbidden Romance¿ Boyfriend's Dad¿ Forced Proximity¿ Slow Burn¿ Mutual Pining¿ Opposites Attract¿ Taboo Romance¿ Found Family Vibes5 Sterne - und trotzdem habe ich mich beim Lesen mehr als einmal über dieses Buch und besonders über seine Figuren "aufgeregt".Birthday Girl war für mich definitiv nicht die Art von Buch, bei dem ich jede Entscheidung der Protagonisten nachvollziehen konnte oder beide durchgehend sympathisch fand. Ganz im Gegenteil.Gerade Jordan hat mich zwischendurch ziemlich genervt.Zu Beginn tat sie mir unglaublich leid. Sie wird von mehreren Menschen enttäuscht und teilweise wirklich schlecht behandelt, sodass ich sehr mit ihr mitgefühlt habe. Im Laufe der Geschichte änderte sich das für mich jedoch ein Stück weit. Besonders ihre Machtspiele und die Momente, in denen sie mit Pikes Gefühlen spielt, waren ein No-Go, ich empfand ihr Verhalten teils recht lolita-like.Gleichzeitig muss ich der Autorin genau an dieser Stelle zugutehalten: Jordan ist erst 19. Vielleicht ist gerade deshalb manches Verhalten sogar erstaunlich realistisch geschrieben. Sie handelt emotional, impulsiv und manchmal widersprüchlich - eben nicht wie eine Frau Mitte oder Ende zwanzig.Und genau da liegt für mich gleichzeitig der größte Knackpunkt der Geschichte: der Altersunterschied.Am Anfang habe ich mich oft gefragt, warum ein 38-jähriger Mann überhaupt Interesse an einer 19-Jährigen entwickelt - einmal abgesehen von körperlicher Anziehung und S*x. Je besser ich Pike jedoch kennenlernte, desto sympathischer wurde er mir. Ich bin selbst in seinem Alter, und konnte seine Zweifel und sein Zögern sehr gut nachvollziehen.Deshalb hat mich umso mehr gestört, dass er zeitweise beinahe zum Arsch gemacht wird, weil er einige Wochen braucht, um eine Entscheidung zu treffen. Denn wenn man sich anschaut, wer in dieser Situation eigentlich etwas zu verlieren hat, ist es vor allem Pike...Jordan ist 19 und steht noch ganz am Anfang ihres Erwachsenenlebens. Pike dagegen ist 38, ihr Exfreund ist sein Sohn, und eine Beziehung mit Jordan kann sein Verhältnis zu seinem Sohn, seiner Familie und seinem Umfeld dauerhaft verändern. Dass er diese Entscheidung nicht innerhalb weniger Tage trifft, fand ich deshalb nicht feige, sondern nachvollziehbar.Überhaupt hätte die Geschichte für mich wahrscheinlich noch besser funktioniert, wenn Jordan etwa 24 oder 25 und Pike Ende 30 oder Anfang 40 gewesen wäre. Der Altersunterschied an sich hätte mich dabei gar nicht gestört. Dass Jordan aber gerade einmal 19 Jahre alt ist, hat bei mir immer wieder Fragen aufgeworfen.Auch beim Happy End bin ich deshalb ein wenig zwiegespalten. Einerseits fand ich es wunderschön und habe es den beiden gegönnt. ¿¿Andererseits bleibt für mich die Frage, wie realistisch es wäre, dass eine solche Beziehung tatsächlich über Jahrzehnte funktioniert, in Ehe und Kindern endet und all die möglichen Konflikte langfristig übersteht. Gerade für Pike bringt diese Konstellation schließlich einiges mit sich.Und trotzdem: 5 Sterne.Warum?Weil mich dieses Buch unglaublich gefesselt hat. Weil die Dynamik zwischen Jordan und Pike funktioniert hat. Weil die Tension teilweise kaum auszuhalten war.¿ Die Spice-Szenen haben mir ebenfalls sehr gut gefallen und die gesamte Atmosphäre hatte etwas, das mich immer weiterlesen ließ.Vor allem aber gebe ich Birthday Girl 5 Sterne, weil ich Wochen später immer noch darüber nachdenke.Ein Buch muss für mich nicht bedeuten, dass ich jede Figur liebe oder jede Entscheidung gutheiße. Manchmal sind es gerade die Geschichten, über die man sich aufregt, die Fragen aufwerfen und bei denen man selbst nach dem Ende noch darüber diskutieren möchte, die besonders hängen bleiben.Und genau das hat Birthday Girl bei mir geschafft. ¿¿¿¿¿¿¿ 5/5¿¿ Spice: deutlich vorhanden¿ Tension: großartig¿ Nachhall: definitiv