Zu viel, zu schnell, zu oberflächlich ¿ ich wollte es so gern mögen¿
Das supersüße Cover und die vielen positiven Stimmen haben mich dazu verleitet, dieses Buch zu kaufen. Ich wollte es wirklich SO gern mögen, doch leider hat es mich überhaupt nicht überzeugt.Der Prolog schafft zunächst Spannung und weckt Neugier, wodurch ich gut in die Geschichte hineingefunden habe. Auch der Schreibstil war grundsätzlich in Ordnung, wirkte auf mich aber stellenweise etwas zu konstruiert, besonders durch die häufigen bedeutungsschweren Aussagen.Die Idee rund um das Cheerleading fand ich richtig spannend und erfrischend, da ich dieses Thema bisher aus keinem anderen Buch kannte. Besonders schön war dabei, dass die Autorin dabei offenbar eigene Erfahrungen aus ihrer Cheerleadingzeit eingebracht hat, wie etwa bei dem Sturmthema. Leider wurde aber die Handlung für mich im weiteren Verlauf zunehmend unrealistisch und überladen.Die Charaktere konnten mich kaum überzeugen. Zwar wirken viele Figuren sympathisch, bleiben dabei aber recht oberflächlich. Gerade zu Beginn fiel mir auf, wie schnell Beziehungen aufgebaut werden: Als Elanor ans College kommt, verhalten sich ihre Mitbewohnerinnen Piper und Clover sofort, als würden sie sich schon ewig kennen. Ähnlich ging es mir mit Riven, der gleich großes Interesse an Elli zeigt, obwohl sie sich gar nicht kennen. Diese Dynamik entwickelte sich für meinen Geschmack viel zu schnell.Hinzu kommt, dass Elli ein schwieriges Thema mit sich trägt, das meiner Meinung nach nicht die Tiefe bekommt, die es verdient hätte. Generell hatte ich oft das Gefühl, dass wichtige Konflikte und emotionale Themen nur kurz angerissen werden. Probleme tauchen auf und scheinen im nächsten Moment bereits gelöst zu sein.Verstärkt wurde dieser Eindruck durch die Struktur des Buches: Die Kapitel sind sehr kurz, enthalten Zeitsprünge und plötzliche Perspektivwechsel, wodurch vieles auf mich recht abgehackt wirkte. Insgesamt wurde die Geschichte von Seite zu Seite dramatischer - ständig kamen neue tragische Ereignisse hinzu, die kurz darauf schon wieder überwunden waren. Dadurch hatte ich zunehmend das Gefühl, dass möglichst viele dramatische Inhalte eingebaut wurden, um Spannung zu erzeugen, was auf mich eher übertrieben wirkte.Trotzdem habe ich weitergelesen, weil ich unbedingt das große Geheimnis aus dem Prolog aufgelöst sehen wollte. Rückblickend hätte ich mir das jedoch sparen können. Immer häufiger ertappte ich mich dabei, dass ich Passagen überflog, um schneller voranzukommen.Insgesamt kann ich das Buch leider nicht weiterempfehlen und werde auch die Folgebände nicht lesen - obwohl mich die Auflösung des Suspense-Handlungsstrangs grundsätzlich interessieren würde. Schade.