Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an in eine Welt gezogen, die gleichermaßen rau, schön und gnadenlos ist. Eleanor de Montfort ist eine dieser Figuren, die man nicht einfach begleitet - man leidet, hofft und fürchtet mit ihr. Ihre Geschichte beginnt mit Verlust und Entwurzelung, und genau diese Verletzlichkeit macht sie so glaubwürdig. Schon als junges Mädchen ist sie gezwungen, in einer Welt aus Machtspielen und politischen Ehen ihren Platz zu finden, ohne jemals wirklich gefragt zu werden, was sie selbst will.Besonders stark fand ich die Darstellung ihres Lebens im Exil und das jahrelange Warten auf Llewelyn. Diese Zeit ist nicht nur ein historischer Zwischenraum, sondern ein innerer Zustand: Sehnsucht, Unsicherheit und die leise Hoffnung, dass es irgendwo ein Zuhause geben könnte. Als Eleanor schließlich nach Wales aufbricht, spürt man in jeder Zeile, dass es um weit mehr geht als um eine Hochzeit - es geht um Identität, Loyalität und darum, ob Liebe inmitten von Machtkämpfen überhaupt eine Chance hat.Die politischen Intrigen rund um den englischen König und die Bedrohung für Wales verleihen der Geschichte eine düstere, spannungsgeladene Tiefe. Was mich besonders beeindruckt hat, ist, wie feinfühlig die Autorin das große historische Drama mit Eleanors persönlichem Schicksal verwebt. Jede Entscheidung, jedes Bündnis und jeder Verrat hat nicht nur politische, sondern auch zutiefst menschliche Konsequenzen.Am Ende blieb ich mit dem Gefühl zurück, eine Frau kennengelernt zu haben, die zwischen Pflicht und Herz ihren eigenen Weg suchen muss. Dieses Buch ist nicht nur ein historischer Roman, sondern ein intensives Porträt von Mut, Verlust und der stillen Kraft, die in einer jungen Frau wächst, wenn sie sich einer Welt voller Macht und Gewalt stellen muss. Eine Geschichte, die lange nachhallt - so wild und melancholisch wie die Landschaft von Wales selb