Mein Gefühl beim LesenLessons in Faking ist eine emotionale College-Romance mit Fake-Dating-Trope und einer guten Portion familiärem Drama. Die Idee, dass Athalia nur fake datet, um die Aufmerksamkeit ihres Bruders zurückzugewinnen, gibt der Geschichte eine interessante Ausgangslage.Beim Lesen hatte ich jedoch das Gefühl, dass das Potenzial größer war als die tatsächliche emotionale Wirkung. Die Geschichte ist süß und unterhaltsam, aber nicht durchgehend intensiv.Atmosphäre und SettingDas College-Setting funktioniert gut, vor allem mit der Fussball-Rivalität zwischen Dylan und Henry. Dadurch entsteht eine natürliche Spannung, die die Fake-Beziehung zusätzlich kompliziert macht. Die Stimmung bleibt insgesamt eher leicht, auch wenn das Thema rund um den Tod der Eltern eigentlich viel emotionales Gewicht mitbringt.AthaliaAthalia ist eine Protagonistin, deren Motivation nachvollziehbar ist. Ihr Wunsch, wieder eine Verbindung zu ihrem Bruder aufzubauen, wirkt ehrlich und verletzlich.Man merkt, wie sehr sie unter der Distanz leidet. Gleichzeitig hätte ich mir manchmal gewünscht, dass sie noch stärker für sich selbst einsteht und nicht so sehr über Henry definiert wird.DylanDylan ist der typische Sportler mit Herz, auch wenn er anfangs eher wie der Rivale wirkt. Seine Dynamik mit Athalia lebt von neckischen Momenten und unterschwelliger Anziehung. Er bringt eine gewisse Lockerheit in die Geschichte, die gut funktioniert. Gleichzeitig bleibt er emotional etwas weniger komplex, als er hätte sein können.Beziehung und DynamikDer Fake-Dating-Trope ist klar im Mittelpunkt. Die Entwicklung von gespielter Nähe zu echten Gefühlen ist vorhersehbar, aber angenehm zu lesen. Die Chemie ist da, aber eher süß als explosiv. Es gibt schöne Momente, die das Herz wärmen, aber keine Szenen, die lange nachhallen.Handlung und TempoDie Geschichte liest sich schnell und flüssig. Große Plot-Twists gibt es nicht, der Fokus liegt klar auf der Beziehung und dem familiären Konflikt.Manchmal wirkt das Tempo etwas gleichmäßig, wodurch die Spannung nicht immer konstant bleibt.Emotionale Wirkung und ThemenIm Kern geht es um Verlust, Geschwisterliebe und die Angst, jemanden erneut zu verlieren. Das Thema ist stark, wird aber nicht ganz so tief ausgearbeitet, wie es möglich gewesen wäre.Die Romance steht letztlich stärker im Vordergrund als die familiäre Heilung.Fazit:Lessons in Faking ist eine solide College-Romance mit sympathischen Figuren und einem beliebten Trope. Emotional hätte die Geschichte noch mehr Tiefe vertragen, bleibt aber eine unterhaltsame, leichte Lektüre.