Die Romane der Autorin haben mir bislang ausnahmslos sehr gut gefallen, daher auch mein beherzter Griff zu ihrem neuesten Werk und darum gehts:
Julianne hasst Überraschungen. Ihr Leben ist durchgeplant, jeder Tag bis ins kleinste Detail organisiert. Als ihr launischer Vater Jean nach einem Hausbrand bei ihr einzieht, gerät ihre perfekte Struktur aus dem Takt. Jean, der schon immer ein Freigeist war, bringt seine Rente mit Teleshopping durch, hört laut Hardrock im Wohnzimmer und legt sich mit den Nachbarn an.
Doch hinter seinem exzentrischen Verhalten scheint mehr zu stecken. Julianne, die das Chaos nicht mehr ignorieren kann, spürt eine lähmende Sorge in ihrem Magen die Diagnose Alzheimer steht wie ein Schatten zwischen ihnen. Die Familie drängt sie, Jean in ein Pflegeheim zu bringen, aber in Julianne regt sich ein anderer Plan
Die Autorin ist wirklich versiert darin, Geschichten zu schreiben, die aus dem Leben gegriffen sind. Das betrifft meist ernste, traurige Themen, die aber dennoch zum Leben dazugehören. So auch hier. Der Tod eines Elternteils oder auch das Begleiten beim Stück für Stück Verschwinden ist eins gewiss nicht: leicht. Aber auch unausweichlich. Obwohl der Plot meist traurig ist, weil so wahr, habe ich beim Lesen und Weinen auch immer ein Lächeln aufgelegt.
Julianne ist eine starke und gefühlvolle Frau. Dennoch muss auch sie Neues lernen. Das sich die Rollen ändern, die Perspektiven andere werden. Und beim Lesen kann sich auch die ein oder andere Sichtweise beim Leser ändern. Das sich nicht alles planen lässt und man loslassen muss. Und annehmen, das Schicksal und die jeweiligen Momente die einem geschenkt werden.
Die Autorin schafft es, so viel Gefühl in einem auszulösen, wie ein bunter Strauß voll Glück. Denn alles gehört zum Leben, auch das Sterben. Trotzdem ist das Buch ein JA zum Leben, ein JA zu allem Positiven und ein absoluter Wohlfühlroman.