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Gesammelte Schriften

Supplement III. Marcel Proust, Guermantes.
Buch (kartoniert)
"Im Zentrum des Benjaminschen Übersetzens stand, neben Baudelaire, fraglos Marcel Proust, der große Wahlverwandte, dem Benjamin einen seiner inspiriertesten Essays widmete. Sein Verhältnis zu Proust war jedoch zunächst und vor allem das des Dolmetsch … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Gesammelte Schriften
Autor/en: Walter Benjamin, Marcel Proust

ISBN: 3518578774
EAN: 9783518578773
Supplement III. Marcel Proust, Guermantes.
Herausgegeben von Rolf Tiedemann, Rolf Tiedemann, Hermann Schweppenhäuser
Übersetzt von Walter Benjamin, Franz Hessel
Suhrkamp Verlag AG

31. Oktober 1987 - kartoniert - 596 Seiten

Beschreibung

"Im Zentrum des Benjaminschen Übersetzens stand, neben Baudelaire, fraglos Marcel Proust, der große Wahlverwandte, dem Benjamin einen seiner inspiriertesten Essays widmete. Sein Verhältnis zu Proust war jedoch zunächst und vor allem das des Dolmetschers. Bereits im Sommer 1925 hatte Benjamin einen Übersetzungsvertrag für "Sodome et Gomorrhe" abgeschlossen, der 1926 - nachdem die Veröffentlichung der deutschen, von Rudolf Schottlaender stammenden Übersetzung des ersten Bandes der "Recherche du temps perdu" "ein großes publizistisch-kritisches Fiasko" (Benjamin) gegeben hatte - dahin erweitert wurde, daß das gesamte Werk von Benjamin und seinem Freund Franz Hessel übersetzt werden sollte. Schon im September 1926 berichtete Benjamin, die Übersetzung von "Im Schatten der jungen Mädchen" sei vor einem Monat abgeschlossen worden, und diejenige der "Guermantes" war Anfang 1929, nach Benjamins Worten, "schon seit Jahren fertig". Es waltete indessen ein Unstern über diesem ersten Versuch, Prousts Romanwerk für die literarische Öffentlichkeit Deutschlands zu gewinnen. Benjamins Übersetzung von "Sodome et Gomorrhe" ist niemals gedruckt worden, das Manuskript verlorengegangen; "Im Schatten der jungen Mädchen" erschien 1927; "Guermantes - unter dem vom Verlag entstellten Titel "Die Herzogin von Guermantes" - 1930; danach war Proust in Deutschland länger als 20 Jahre nicht mehr vorhanden."

Portrait

Walter Benjamin wurde am 15. Juli 1892 als erstes von drei Kindern in Berlin geboren und nahm sich 26. September 1940 in Portbou/Spanien das Leben. Benjamins Familie gehörte dem assimilierten Judentum an. Nach dem Abitur 1912 studierte er Philosophie, deutsche Literatur und Psychologie in Freiburg im Breisgau, München und Berlin. 1915 lernte er den fünf Jahre jüngeren Mathematikstudenten Gershom Scholem kennen, mit dem er Zeit seines Lebens befreundet blieb. 1917 heiratete Benjamin Dora Kellner und wurde Vater eines Sohnes, Stefan Rafael (1918 -1972). Die Ehe hielt 13 Jahre. Noch im Jahr der Eheschließung wechselte Benjamin nach Bern, wo er zwei Jahre später mit der Arbeit Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik bei Richard Herbertz promovierte. 1923/24 lernte er in Frankfurt am Main Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer kennen. Der Versuch, sich mit der Arbeit Ursprung des deutschen Trauerspiels an der Frankfurter Universität zu habilitieren, scheiterte. Benjamin wurde nahegelegt, sein Gesuch zurückzuziehen, was er 1925 auch tat. Sein Interesse für den Kommunismus führte Benjamin für mehrere Monate nach Moskau. Zu Beginn der 1930er Jahre verfolgte Benjamin gemeinsam mit Bertolt Brecht publizistische Pläne und arbeitete für den Rundfunk. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten zwang Benjamin, im September 1933 ins Exil zu gehen. Im französischen Nevers wurde Benjamin 1939 für drei Monate mit anderen deutschen Flüchtlingen in einem Sammellager interniert. Im September 1940 unternahm er den vergeblichen Versuch, über die Grenze nach Spanien zu gelangen. Um seiner bevorstehenden Auslieferung an Deutschland zu entgehen, nahm er sich das Leben.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 30.11.1999

Zwischen Brotarbeit und Musenkuss
Walter Benjamin, übersetzend Von Gert Mattenklott

Die Übersetzungen ins Deutsche durch jüdische Autoren deutscher Sprache sind im ersten Drittel dieses Jahrhunderts durch steil formulierte Programme umstellt. Ein Grund für ihre anspruchsvolle Exzentrik ist, dass der neu erwachte Antisemitismus dazu nötigt, Übersetzungen ins Deutsche nicht nur pragmatisch zu begründen, sondern allererst zu rechtfertigen. Für einen Juden gibt es aber zu dieser Zeit kein Argument, das dafür sprechen könnte, irgendeine europäische Sprache als Zielsprache besonders hervorzuheben. Zwischen der alltäglichen Situation, als freier Mitarbeiter von Verlagen durch Übersetzungen ein Zubrot verdienen, und den zeitgenössischen Theorien des Übersetzens klafft deshalb ein Abgrund. Während der Alltag dazu nötigt, im Auftrag eines beliebigen Verlegers Brotarbeit zu verrichten, verlangt zumindest die Selbstachtung, wenn nicht auch die kulturphilosophische Strategie, nach einer Begründung sub specie aeternitatis.

Bei Gustav Landauer und Fritz Mauthner, Eugen Rosenstock-Huessy und Franz Rosenzweig, Martin Buber und Walter Benjamin ist deshalb die Zielsprache nicht irgendein nationales Idiom, sondern ein säkulares Äquivalent der Sprache Gottes, ein innerweltlich transzendentes Esperanto jenseits von Staatsvolk, Staatsraum und Nationalsprache. "Übersetzbarkeit eignet gewissen Werken wesentlich" hat in diesem Sinn Walter Benjamin in einem frühen Aufsatz von 1921 über "Die Aufgabe des Übersetzers" behauptet, den er seinen eigenen Baudelaire-Übertragungen vorangestellt sehen wollte. Die Verwandtschaft der Sprachen bekunde sich in ihrer Übersetzbarkeit. Sprache in einem emphatischen Sinn ist "reine Sprache", "Sprache der Wahrheit oder der Lehre". Martin Buber und Franz Rosenzweig überbieten diese kryptotheologische Erwartung, als sie seit 1925 mit Aufsätzen und Artikeln an die Öffentlichkeit treten, um eine Neuübersetzung der Heiligen Schriften ins Deutsche zu begründen. Nicht die Übersetzung vom Hebräischen oder Lateinischen ins Deutsche steht hier mehr im Zentrum, sondern eine angemessene Übertragung der vermeintlich "lebendigen" Sprache des atmenden Wortes, die in den bisherigen (schriftlichen) Fixierungen um ihren Geist und ihre Wahrheit gebracht worden sei. "Alles Wort ist gesprochenes Wort. Das Buch steht ursprünglich nur in seinem, des gelauteten, gesungenen, gesprochenen, Dienst; so wie noch heute beim theaterlebendigen Drama oder gar bei der Oper."

Während hier also alles darauf gerichtet ist, den lebendigen Atem durch die Bleiwüsten des verschriftlichten Textes zu retten - völlig indifferent gegenüber der Übertragung von einer Sprache in die andere -, handelt es sich im Alltag darum, Tristan Tzara und D'Annunzio, Aragon und Léon Bloy Adrienne Monnier, Saint-John Perse, Balzac und Jouhandeau für ein bescheidenes Honorar vom Französischen ins Deutsche zu übersetzen. Proust und Baudelaire, früher in dieser Ausgabe erschienen, sind Sonderfälle, dem Autor in jeder Hinsicht besonders nahe. Im Übrigen aber gehören Benjamins Verdeutschungen zum problematischsten Teil seines Werks. Sie lassen die Probe aufs Exempel seiner so anspruchsvollen Theorie erwarten und sind damit doch bis auf Ausnahmen völlig überfordert. Kaum einen der entsprechenden Aufträge hat er selbst initiiert, so wie auch seine kritischen Arbeiten selten durch eigene Wahl des Autors oder Werks bestimmt sind. Das ist, wie sonst, so auch hier nicht immer nachteilig. Immerhin gibt es nun eine Übertragung von "Anabase" des Saint-John Perse durch Walter Benjamin, die dieser - eine "kuriose französische Dichtung" - ausgesprochen abschätzig qualifiziert: "Ich halte das Ding für unbeträchtlich." Rilke hatte den Auftrag weitergegeben, nicht gerade eine Empfehlung für Benjamin.

Fast sämtliche Übersetzungen dieses letzten Bandes der Werksausgabe von Schriften Walter Benjamins gelten der Prosa. Es sind Auftrags- und Gelegenheitsarbeiten und als solche allenfalls für die devote philologische Industrie der Universitäten der Rede wert. Eine Ausnahme in derselben Gattung sind die Verdeutschungen einiger Erzählungen von Jouhandeau, wie der Herausgeber zu Recht bemerkt. Die Übertragungen von Versen Gabriele D'Annunzios ("Alla Divina Eleonora Duse") - dem Herausgeber Rolf Tiedemann ist es ziemlich peinlich, dass das nun ans Licht kommt, so dass er auf die Parallele zu Hofmannsthal hinweist - entbehren nicht einer gewissen Komik: Die Verse des Italieners: "Tale nel cor profondo io vedo e voglio / la beatrice, quando al suo richiamo / risfavilla di me l'ottima parte" übersetzt Benjamin - wohl unfreiwillig - pornografisch: "In meinem Innern steht dies Bild gegründet / der Herrlichen, und ihrer Rede Weihe, / entflammt mein bestes Teil zu neuer Brunst". Einige der Texte sind, wie sogar der zitierte, zweisprachig wiedergegeben.

Der Druck dieser Übersetzungen, mit dem die Ausgabe der "Gesammelten Schriften" nun "definitiv" zum Abschluss kommt, war vielleicht entbehrlich. Immerhin muss sich der Herausgeber nun nicht sagen lassen, er habe manipuliert. Es ist trotzdem schade, dass ein derart bedeutendes OEuvre, das die Kulturwissenschaften des letzten Jahrhundertdrittels wie kein zweites geprägt hat - Benjamin ist derzeit der weltweit meistzitierte Kunstphilosoph -, am Ende dieses Säkulums mit einem derart melancholisch stimmenden Band präsentiert wird.

Walter Benjamin: "Gesammelte Schriften. Kleinere Übersetzungen". Hrsg. von Rolf Tiedemann. Gesammelte Schriften, Supplement L. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1999, 457 S., geb., 64,- DM, br.

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