Klappentext:Billie ist sich sicher, in Jamie - dem faszinierenden, gut aussehenden Kanadier, den sie vor knapp acht Monaten kennengelernt hat - ihre große Liebe gefunden zu haben. Um in seiner Nähe zu sein, beschließt sie, ihr letztes Schuljahr bei ihrer Tante Floh in Maple Ridge zu verbringen - einer Kleinstadt, umgeben von nebelverhangenen Bergen und düsteren Wäldern. Kaum in Kanada angekommen, trifft Billie auf den geheimnisvollen Tristan. Zunächst fürchtet sie sich vor dem Jungen, den alle bloß "Zombie Boy" nennen, doch bald schon erfährt sie, dass er seit einem schweren Schicksalsschlag nicht mehr derselbe ist. Während Billie sich langsam mit Tristan anfreundet, kommt es zu ersten Spannungen zwischen ihr und Jamie - und das Bild des perfekten Traumprinzen beginnt zu bröckeln. Und dann ist da noch das mysteriöse Verschwinden eines Mädchens, das ganz Maple Ridge in Schrecken versetzt ...Meine Meinung:Mit Schattenlicht liefert Yasmin Shakarami nach Tokioregen und Sturmflirren ihr drittes Buch ab und bleibt dabei ihrem ganz eigenen, unverwechselbaren Schreibstil treu. Ein Stil, der definitiv nicht für jeden ist, aber wenn er einen trifft, dann richtig.Ich muss ehrlich sagen: Ihre Protagonistinnen sind mir am Anfang fast immer unsympathisch. Auch hier bei Billie war das nicht anders. Aber genau das liebe ich inzwischen. Diese Figuren entwickeln sich, wachsen über sich hinaus und überraschen einen auf eine Weise, die hängen bleibt.Der Humor ist stellenweise herrlich absurd und genau mein Ding. Gleichzeitig hat Schattenlicht im Vergleich zu den vorherigen Büchern deutlich düsterere Vibes. Das liegt vor allem am Setting in den kanadischen Wäldern, die gleichzeitig wunderschön und bedrohlich wirken. Diese Atmosphäre ist einfach greifbar und hat mich komplett eingesogen.Der Plot klingt erstmal fast ein bisschen verrückt: Die 17-jährige Billie trifft auf einem Weihnachtsmarkt Jamie, verliebt sich Hals über Kopf und zieht kurzerhand nach Kanada, nachdem er ihr einen Heiratsantrag macht. Allein dafür gehen wirklich Props an ihre Mutter, meine hätte mir das in dem Alter definitiv nicht erlaubt.Doch die Geschichte nimmt schnell eine düstere Wendung. In Maple Ridge treibt etwas Unheimliches sein Unwesen, eine sogenannte Blutbestie. Ein Mädchen ist spurlos verschwunden, in Billies Nachbarschaft lebt ein geheimnisvoller Junge, den alle nur Zombie Boy nennen, und auch Jamie scheint nicht der zu sein, der er vorgibt zu sein.Und dann passiert genau das, was für mich ein gutes Buch ausmacht: Ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen.Die Mischung aus zarter Romantik, unterschwelliger Bedrohung und stetig wachsender Spannung funktioniert unglaublich gut. Die Atmosphäre ist dicht, teilweise richtig unheimlich und hat mir stellenweise starke Twilight Vibes gegeben.Besonders hervorheben möchte ich auch die Themen, die die Autorin einbaut. Rassismus, Mobbing, toxische Beziehungen und Gaslighting,... werden hier nicht nur angeschnitten, sondern spürbar in die Handlung integriert. Das gibt der Geschichte eine zusätzliche Tiefe.Auch die Nebenfiguren sind alles andere als nebensächlich. Tristan bringt eine gewisse Tiefe mit, Jamie sorgt für ordentlich emotionale Turbulenzen und Charaktere wie Tante Floh, ihre Frau Diana oder auch die tierischen Begleiter lockern das Ganze immer wieder auf.Das Setting selbst ist fast schon ein eigener Charakter. Die düsteren Wälder, die Geschichten des Ortes und der Vermisstenfall erschaffen eine unheimlich stimmige, lebendige Welt, die perfekt zur Handlung passt.Fazit:Trotz all der Stärken muss ich sagen: An Tokioregen und Sturmflirren kommt Schattenlicht für mich persönlich nicht ganz ran. Diese extreme emotionale Wucht, dieses komplett zerstört sein nach dem Lesen, das hatte ich hier nicht ganz so intensiv. Bei den anderen Büchern war ich wirklich fix und fertig und habe geheult wie ein Schlosshund.Aber trotzdem bleibt Schattenlicht ein unglaublich fesselndes, atmosphärisches Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gepackt hat.