Billie hat sich für ein neues Leben entschieden. Für ihre große Liebe zieht sie nach Kanada zu ihrer Tante und freut sich auf die gemeinsame Zeit mit ihrem Freund. Der verändert sich jedoch mit jeder Begegnung mehr und wirft einige Fragen auf. Dann trifft Billie auf Tristan, den die ganze Stadt zu meiden scheint und außerdem wird ein Mädchen vermisst. Alles scheint irgendwie miteinander zusammenzuhängen und Billie will herausfinden, was das ist.
Meine Gedanken:
Yasmin Shakarami hat ein unglaubliches Talent dafür, Gefühle und Gedanken so bildhaft darzustellen, dass man mit den Charakteren von Anfang an einfach nur mitfühlen kann. Der Schreibstil ist einnehmend, genauso leicht und locker wie auch in Yasmin Shakaramis anderen Büchern. Ein wenig hat es gedauert, bis ich mich mit Billie anfreunden konnte, weil sie so gutgläubig durchs Leben geht (eine Eigenschaft, die ich gleichzeitig auch sehr bewundere). Als Leser sah man die Gefahr und hat darauf gehofft, dass Billie sie auch endlich erkennt und einschreitet. Lest unbedingt die Triggerwarnung, denn die angesprochenen Themen können einen, auch wenn man nicht persönlich betroffen ist, sehr ans Herz gehen.
Einige Szenen haben mich wahnsinnig wütend und fassungslos gemacht, was wieder zeigt, wie gut die Autorin Gefühle in einem hervorrufen kann. Schattenlicht ist ein Roman voller Herz, Spannung und gewaltiger Bildhaftigkeit, den man so schnell nicht wieder vergisst. Gerade durch die Thematik und die Darstellung der Charaktere weckt die Geschichte den Wunsch gegen all die Ungerechtigkeit in der Welt vorzugehen.
Obwohl die bedrohliche Stimmung spürbar und beklemmend war, kam mir die eigentliche Spannung etwas zu spät. Für den Showdown hätte ich mir ein paar Seiten oder Kapitel mehr gewünscht. Die Charaktere (auch Nebencharaktere) haben mich voll überzeugt. Positive wie auch negative, wobei die negativen am Ende zum Glück die Rechnung für ihr Verhalten bekommen haben.
Alles in allem ein toller Roman, der zum Nachdenken bringt und gut unterhält.