Europa steht am Scheideweg. Der Flüchtlingsstrom und der islamistische Terrorismus stürzen den Kontinent in die wohl größte Krise der Nachkriegszeit. Mit Nächstenliebe und Toleranz werden wir diese nicht überwinden. Denn beide Phänomene sind vor allem ein Symptom des globalen Kapitalismus und des daraus resultierenden neuen Klassenkampfs. Wer ganze Weltregionen und Bevölkerungsgruppen von Wohlstand und sozialer Teilhabe ausschließt, braucht sich nicht wundern, wenn dadurch Gesellschaften auseinanderbrechen und Menschen zu religiös-ideologischen Extremisten werden oder in unser Land streben. Die eigentliche Bedrohung unserer westlichen Gesellschaftsform besteht daher in der Dynamik des globalen Kapitalismus. Das bedeutet: Wir müssen unsere westlichen Werte unbedingt verteidigen und uns zu diesem Zweck von realitätsfremdem Empathiedenken befreien und fremden Kulturen reell gegenübertreten, um mit ihnen koexistieren zu können. Vor allem aber müssen wir die ökonomischen Gründe der Flüchtlingsströme und des Terrors ausmerzen und sei es mit Hilfe einer neuen kommunistischen Utopie. Wir haben ein Recht, für unseren westlichen Lebensstil und unsere europäischen Werte zu kämpfen; aber wir haben kein Recht, die Welt in Teilhaber und Ausgeschlossene aufzuteilen.
Haymatland
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Taschenbuch
12,99 €

"Ich hatte nie das Gefühl, nicht deutsch zu sein. Erst als ich im Fernsehen auftauchte, begann man, mir meine Heimat abzusprechen. Heute frage ich mich: In welchem Deutschland möchte ich und wollen wir eigentlich leben?"

Nicht nur die Kommentare auf ihrer Facebook-Seite, sondern auch andere Symptome in unserem Land machen Dunja Hayali Sorge. Denn Deutschland zerfällt inzwischen in zwei Lager: auf der einen Seite die Befürworter, auf der anderen Seite die erbitterten Gegner einer offenen, pluralistischen, freiheitlichen Gesellschaft. Immer mehr Menschen haben das Vertrauen in unsere Politiker und Medien verloren und fühlen sich von Neuentwicklungen bedroht - zuvorderst von der zunehmenden Migration. Doch Deutschland ist nun mal ein Einwanderungsland, in dem Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen eine neue Heimat suchen. Und: Wer Deutschland als Heimat begreift, muss bereit sein, aktiv an seiner Zukunft mitzuarbeiten. Dazu gehört nicht, sich abzuschotten und alles vermeintlich Fremde und Ungewöhnliche als feindlich und gefährlich zu begreifen. Es geht vielmehr darum, zu verteidigen, was auf dem Spiel steht: unsere liberale Demokratie, die uns Deutschen seit Jahrzehnten ein friedliches Miteinander garantiert hat.

Dunja Hayali geht den Fragen auf den Grund, die unsere Nation unter Spannung setzen: Wie wird "Heimat" definiert? Was wird aus Deutschland, wenn selbsternannte Heimatschützer diesen Begriff als Chiffre für Ausgrenzung missbrauchen? Und wie lässt sich dem Hass der Nationalisten begegnen und die liberale Gesellschaft erhalten?

"Dunja Hayali, in deutscher wie irakischer Kultur verwurzelt, erzählt überzeugend und authentisch, was (unsere) Heimat ist." Claus Kleber

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