Alexander Steffensmeier
ALEXANDER STEFFENSMEIER wurde 1977 in Ostwestfalen geboren. Schon als Kind begeisterten ihn Bücher, Comics und das Zeichnen. Bald begann er, eigene Comics zu entwerfen. Nach einem Designstudium mit dem Schwerpunkt Illustration entstand als Diplomarbeit sein erstes Bilderbuch "Lieselotte lauert" – der Beginn der Bestsellerreihe. Heute lebt und arbeitet Alexander Steffensmeier in Münster, wo er Mitgründer der Ateliergemeinschaft "Hafenstraße 64" ist.

Buch (gebunden)
Lieselottes Freund, der Hund, kann nicht einschlafen.
Er vermisst seine allerliebsten Kuscheltiere! Hat er
sie auf dem Bauernhof liegen gelassen? Lieselotte
und die anderen Freund:innen helfen ihm. Und dank
der magischen Taschenlampe wird die Suche zu einer
spannenden Nachtwanderung über den Hof.
Interview mit Alexander Steffensmeier
Alexander Steffensmeier über seine Kult-Kuh, die nun schon 20 Jahre alte Lieselotte
Ihr erstes Lieselotte-Buch entstand als Diplomarbeit. Was überrascht Sie rückblickend am meisten an Ihrem Weg?
Einerseits fühlte sich der Weg recht gradlinig an. Dafür bin ich immer noch meinem Professor Marcus Herrenberger sehr dankbar. Der hat uns stets ermuntert, mit Arbeitsproben unterm Arm auf die Buchmessen zu gehen, zu schauen, welche Verlage uns mit ihrem Programm ansprechen und mit denen schon im Studium erste Kontakte zu knüpfen. Da hat es mich dann riesig gefreut, als ich nach dem Diplom mit Sauerländer einen Verlag mit einer langen Tradition für das Buch gewinnen konnte. Die größte Überraschung ist aber natürlich, wie toll sich die Reihe über die Jahre entwickelt hat: zum ersten Buch kamen dann weitere Bände, Pappbilderbücher für die jüngeren Kinder, eine Fernsehserie, zwei Geschichten mit Liedern von den Bananafishbones... Dadurch war die Arbeit immer sehr abwechslungsreich und macht auch heute noch viel Spaß. Das liegt auch daran, dass ich das Glück habe, mit einigen netten Menschen schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten zu können. Meine Lektorin für die Bilderbücher, Bettina Herre, begleitet mich zum Beispiel von Anfang an. Das ist nicht selbstverständlich und erleichtert die Arbeit sehr.
Wie kam Lieselotte zu ihrem Namen, und welche Namen hätten es auch werden können?
Ich wusste schon früh, dass die Kuh im Titel meiner Diplomarbeit "lauern" sollte. Und da habe ich im Namenslexikon nach einem Namen gesucht, der ebenfalls mit "L" beginnt. Und ein bisschen altmodisch, aber trotzdem schwungvoll ist. "Lieselotte" hat sofort geklickt. Ein schöner Klang und Rhythmus. Und sogar zwei "L"! Da gab es dann tatsächlich keine Alternativen. Interessant ist es auch immer, welchen Namen Lieselotte dann in anderen Ländern bekommt. In Spanien heißt sie zum Beispiel Josefina, in Brasilien Mimosa und in Polen ist sie die Kuh Matylda. Bisher haben die ausländischen Verlage da immer schöne Vorschläge gemacht, denen ich gerne zugestimmt habe.
Was glauben Sie: Warum hat Lieselotte bis heute einen besonderen Platz in den Herzen vieler Kinder?
Ich finde es immer toll, wenn Bücher eine Welt erschaffen, in der man sich gerne aufhält und wo man hinter jede Ecke gucken möchte. Und sehen will, was dann am nächsten Tag passiert. So ging es mir als Kind mit meinen Lieblingsbüchern. Und Lieselotte spiegelt den Alltag der Kinder und ihr Verhalten humorvoll wider: neugierig und fröhlich, aber auch ein bisschen ungeschickt und nicht ohne Sorgen und Ängste. Und ich freue mich sehr, dass auch viele Erwachsene Spaß an Lieselotte haben. Da ich die Bücher ja auch immer ein bisschen für mich selbst mache, gibt es jedes Mal einiges, das auch für die Großen amüsant ist. Und ich hoffe, der Ton der Geschichten - etwas verschroben und mit viel Herz, aber dabei nicht zu naiv oder süßlich - spricht auch die Erwachsenen an. Wenn die Großen beim Vorlesen Vergnügen an den Büchern haben, überträgt sich das ja auch auf die Kinder.
Welche Kinderreaktion auf Lieselotte hat Sie besonders berührt, überrascht oder zum Lachen gebracht?
Bestimmte Beispiele fallen mir da nie auf Anhieb ein. Es ist eher so, dass es grundsätzlich einfach viel Freude macht, die Bücher, die man so im stillen Kämmerlein zusammengewerkelt hat, bei Lesungen vorstellen zu können und zu sehen, dass sie den Kindern tatsächlich Spaß bereiten. Und wo es die Bücher nun inzwischen seit 20 Jahren gibt, sind bei den Lesungen hin und wieder auch schon fast erwachsene Geschwister dabei und erzählen mir, dass sie mit den Geschichten groß geworden sind. Da fühlt man sich ein bisschen alt, aber vor allem sehr warm ums Herz...
Hand aufs Herz: Ist Lieselotte Ihnen schon einmal im Traum begegnet?
Der arme Postbote wird im ersten Buch ja tatsächlich von der lauernden Lieselotte sogar noch in seinen Träumen verfolgt. Da sitzt sie dann plötzlich hinter der Supermarktkasse oder neben ihm im Bus. Zu meiner eigenen Überraschung bin ich davon bisher verschont geblieben. Mein bevorzugter Stresstraum ist immer noch die klassische Abi-Klausur, für die man nicht gelernt hat. Dann wache ich immer auf und stelle erleichtert fest, dass das inzwischen ja auch schon dreißig Jahre her ist...
Letztlich haben mir Lehrerfreund:innen erzählt, dass sie den gleichen Traum inzwischen aus anderer Perspektive haben und schweißgebadet träumen, dass sie vergessen haben, die Klausuraufgaben für ihre Schüler:innen vorzubereiten. Was wieder mal zeigt, dass sich Kinder und Erwachsene im Kern ja irgendwie doch nicht so sehr unterscheiden...












