Spannend, sehr gute Figurenzeichnungen und eindringlich geschrieben Actionszenen. Nur die Thematiken waren nicht so meins.
Friedensaktivistin Penelope Fernandez möchte nur mit ihrer Schwester und ihrem Freund einen Bootsausflug machen. Aber schon am Anfang bemerkt sie, dass sie verfolgt wird. Doch das spitzt sich erst zu, als ein Mord auf dem Boot geschieht und sie in eine Verfolgungsjagd gerät.Kriminalkommissar Joona Linna merkt schnell, dass der angebliche Unfall viel mehr ist. Die Polizei tappt im Dunkeln, aber da taucht ein Foto auf, dass mächtige Männer in helle Panik versetzt und ein Profikiller auf dem Plan ruft. Jetzt heißt es schnell zu handeln, denn jeder Schritt kann tödlich enden. Ich muss schon sagen, dass das Autorenpaar eine gute Art haben Geschichten zu haben. Wieder war ich sehr gefesselt dabei. Die Verfolgungsszenen wurden eindringlich geschrieben, aber auch die Ermittlungen fand ich wieder sehr spannend, wie man nach und nach herausgefunden hat, was überhaupt los ist.Allerdings muss ich dennoch sagen, dass mir der erste Band etwas besser gefallen hat. Erstens gab es da die Besonderheit, wie die Vergangenheit des Hypnotiseurs in die Geschichte eingebunden wurde. Hier war das auch Ansatzweise so, aber wesentlich kürzer gehalten. Dabei will ich gar nicht sagen, dass es länger hätte sein müssen, weil es hat genau das ausgesagt, was es musste. Im Grunde ist für der ausschlaggebende Punkt, dass mir das Buch von der Thematik nicht so ganz zugesagt hat. Es war wesentlich politischer durch den Waffenhandel, aber es ging auch um klassische Musik. Diese beiden Themen wurden interessant miteinander verwoben, was man schon am Titel bemerkt. Ich möchte nur sagen, dass es sich bei Paganini um einen Geigenspieler handelt. Da ich in klassischer Musik nicht bewandert bin, hat mir der Name nichts gesagt. Allerdings die Thematik mit der Musik fand ich auch besser und spannender. Wie ein paar Musiker dafür gesorgt haben, um ein wichtiges Puzzleteil zu finden, war sehr gut gelöst. Während ich ja im ersten Band angemerkt habe, dass Joona Linna als Ermittler wenig aufgetreten ist, hat er hier eine deutlichere Präsenz bekommen. Er hat dazu noch eine starke Kollegin vom Staatsschutz bekommen ¿ Saga Bauer. Nach ersten Anfangsschwierigkeiten haben die Beiden richtig gut miteinander gearbeitet. Von Beiden hat man ein paar Hintergründe bekommen, was mir gefallen hat.Der Eindruck vom ersten Band zu Joona Linna hat sich bestätigt. Er ist nicht direkt ein grimmiger Ermittler, aber jemand der genau weiß, was er will und der sich mit Nachdruck durchsetzt. Selbst wenn man ihm seine Ermittlungsart nicht gewährleisten möchte, findet er dennoch einen Weg seinen Dickkopf durchzusetzen. Typisch für die meisten Polizisten vernachlässigt er sein Privatleben (und seine Gesundheit). Man hat hier zum Beispiel auch erfahren, dass Joona an Migräne leidet. Ich bin gespannt, was man in den nächsten Bänden noch über ihn erfahren wird, weil ich finde ihn inzwischen spannender. Im ersten Band ist er fast noch etwas farblos geblieben. Ungewöhnlich, ein Finne, der bei der schwedischen Polizei arbeitet und eine Figur, die mit seiner Art heraussticht, wie es als guter Ermittler auch sein sollte. Ich finde das Autorenpaar kann sehr gut Figuren beschreiben. Sie schaffen es, wie wenig andere Autoren, Figuren in kurzen Absätzen so zu beschreiben, dass man als Leser ein gutes Bild von diesen bekommt. Sie schaffen es auch, dass man sich schnell in Figuren hineinversetzen kann und für diese Empathie entwickelt.Hier gibt es noch die Geschichte von Axel Riessen und im Band werden nach und nach die Puzzlestücke zusammengesetzt und seine Vergangenheit aufgerollt. Das war sehr spannend und auch berührend, was hinter der Figur steckt. Warum zum Beispiel lebt ein 15jähriges Mädchen bei ihm? Das macht doch einen seltsamen Eindruck, weil die Beiden nicht miteinander verwandt sind. Fazit:Wie gesagt hat mir das politische Thema und der Waffenhandel nicht zugesagt, obwohl das auch etwas ist, was angesprochen werden sollte. Aber ich habe schon etwas mit den Augen gerollt, als das Foto zur Sprache kam und was das für einen Hintergrund hat. Typisch für Personen, die sich in einer Machtposition befinden und diese ausnutzen, sage ich nur. Das Thema mit der Musik fand ich interessant, aber nicht so spannend wie das Hypnose-Thema aus dem ersten Band. Dennoch muss ich sagen, dass das Buch insgesamt sehr spannend war, eindringlich geschrieben, Figuren sehr gut gezeichnet werden und sich einfach rund angefühlt hat. Daher vergebe ich 4 Sterne.