Interessante Ideen mit Blick in Richards Vergangenheit. Ein paar Pacing-Probleme und fragwürdige Entscheidungen, aber dennoch spannend.
Mit dem vierten Teil geht es - wie eigentlich immer - nahtlos weiter bei Kahlan und Richard. Die Planungen rund um die Hochzeit müssen warten, weil Jagang reingrätscht. Zu Beginn muss ein von ihm geschickter Attentäter ausgeschaltet werden. Das nimmt direkt einen sehr großen Teil des gesamten Buches ein. Man hat manchmal nicht so ganz das Gefühl, dass man vorankommt. Diese Gefühl kommt über das Buch immer wieder auf, es hat etwas mit den Pacing zu kämpfen. Manchmal verweilt es zu lange bei gewissen Punkten und rast durch andere hindurch. Das erinnerte mich ein wenig an den ersten Band, wo hier und da auch das Pacing etwas gelitten hat.Unseren Helden wird neben dem Attentäter auch noch anderes an den Kopf geworfen. Personen aus vor allem Richards Vergangenheit treten auf und dann gibt es auch noch eine Pestepidemie. Keine Ahnung warum, aber die Pest fühlte sich für Goodkinds magische Welt nicht ganz richtig an, trotzdem wird hier der Horror einer so tödlichen Krankheit eigentlich gut rübergebracht. Auch ist es mal etwas, wogegen Richard nicht einfach Richard sein kann und puff, alles geschafft durch Schwert oder Magie. Die Personen aus seiner Vergangenheit sind zudem damit verstrickt, beziehungsweise spielen eine wichtige Rolle beim Bekämpfen der Pest. Trotzdem fand ich da auch nicht alle sinnvoll umgesetzt.Gegen Ende wirkt zudem die Lösung und ein großes Problem irgendwie sehr erzwungen. Es wirkt sehr gewollt, aber nicht wirklich sinnvoll erarbeitet. Was jedoch weiterhin spannend ist, ist die Erkundung der Vergangenheit. Was ist damals vor tausenden von Jahren geschehen? Durch die langsame Übersetzung und die wenigen Informationen, die ohnehin vorhanden sind, macht es sehr viel Spaß, immer wieder neue Puzzleteile zu erhalten. Dieses Mal geht es dem Titel nach um den Tempel der Winde, einen Ort mächtigster Magie. Ein recht kleiner Kritikpunkt hier wäre, dass mir zu wenig mit dieser Magie gemacht wird. Aber das greift schon zu sehr vor.Die Pestepidemie wird durch Ausflüge mit Nathan, Verna oder Zedd unterbrochen, von denen ich zugegeben sogar gerne noch mehr gesehen hätte. Gerade Nathan finde ich in diesem Buch sehr gut geschrieben und es macht Spaß, seinem Plan zu folgen. Ohnehin gibt es durch ihn, aber auch durch Figuren wie Cara oder die anderen Mord-Sith immer wieder auch herzerwärmende oder lustige Momente, aber auch sehr traurige Noten werden hier gut in Szene gesetzt.Grundsätzlich finde ich den inzwischen vierten Teil immer noch gut, wenn auch wieder schwächer als den dritten. Etwa um den ersten Teil herum würde ich diesen Band einschätzen, deshalb wieder 4 von 5 Sternen.