Auch wenn Band 1 für mich knapp die Nase vorn hat, macht diese Fortsetzung viel richtig und steigert die Vorfreude auf die kommenden Bücher.
Nachdem mich bereits Band 1 komplett überzeugt hatte, war die Erwartung an "Throne of Glass - Kriegerin im Schatten" entsprechend hoch. Und auch wenn ich den ersten Teil insgesamt noch einen Tick stärker fand, hat mich die Fortsetzung keineswegs enttäuscht.Celaena ist inzwischen Champion des Königs und soll dessen Gegner erbarmungslos ausschalten. Doch statt blind Befehle auszuführen, trifft sie Entscheidungen, die ihr letztlich selbst den Kopf kosten könnten. Das macht diese Figur für mich zu einer unglaublich spannenden Hauptfigur. Denn die Autorin verzichtet auf Schwarz und Weiß. Celaena ist stark, arrogant, verletzlich, mutig und gleichzeitig voller Widersprüche. Oft weiß man nicht, was sie als Nächstes tun wird.Auch die anderen Figuren gewinnen deutlich an Tiefe. Besonders Chaol hat mich in diesem Band überrascht. Seine Loyalität, seine Zweifel und die langsam wachsende Beziehung zwischen ihm und Celaena waren wirklich toll geschrieben. Gleichzeitig sorgt Dorian weiterhin für interessante Dynamiken, sodass keine der Beziehungen eindimensional wirken.Die Handlung lebt dabei nicht nur von Kämpfen oder politischen Intrigen, sondern vor allem von ihren ruhigen Momenten. Verlust, Vertrauen, Schuld und die Suche nach der eigenen Identität werten die Handlung spürbar auf. Gleichzeitig werden neue Geheimnisse angedeutet und Stück für Stück weitere Puzzleteile von Celaenas Vergangenheit enthüllt. Die Welt öffnet sich immer weiter und macht neugierig auf alles, was noch kommen wird.Und dann ist da natürlich noch Sarah J. Maas' Schreibstil. Flüssig, atmosphärisch und unglaublich mitreißend. Sie schafft es mühelos, spannende Actionszenen mit emotionalen Augenblicken zu verbinden, ohne dass eines das andere verdrängt. Man fliegt förmlich durch die Seiten und vergisst dabei völlig die Zeit.Ich verstehe den Hype um diese Reihe inzwischen wirklich. Und ich habe das Gefühl, das Sarah J. Maas so allmählich in die Riege meiner Lieblingsautor:innen aufsteigt.