»Um die gesamte Geschichte zu hören (oder zu lesen), brauchst Du ungefähr so lange, wie wenn du alle Deine Kuscheltiere eincremen würdest und ihnen anschließend dabei zusehen müsstest, wie sie von deiner Mama in der Waschmaschine gewaschen werden.«(Zitat aus "Anton hat Zeit" von M. Haberstock)INHALT: Anton ist sechs Jahre alt und hat Zeit, seine Mama jedoch nicht und das führt immer wieder zu Missverständnissen zwischen den Beiden. Aber warum ist das denn so? Warum haben Erwachsene nie Zeit? Anton will dem auf die Spur kommen!GEDANKEN: Wir mussten uns erst einfinden, Anton kennenlernen. Dann aber sind wir gute Freunde geworden!Die Geschichte ist in kurze Kapitel unterteilt und mit zahlreichen schönenIllustrationenund liebevollenExtrasvon der Autorin selbst versehen. Dass hier viel Hingabe und Kreativität eingeflossen ist, merkt man gleich. So wird beispielsweise am Anfang jedes Kapitels mit lustigen Vergleichen angegeben wie lange das Lesen des Kapitels dauern wird. Diese Kapitel enden dann meist an der interessantesten Stelle, so dass wir immer weiter lesen wollten. Nur noch ein Kapitel ... und noch eines ... und noch eines ...Anton beschäftigt sich nicht nur mit demZeitphänomen, dass sich als roter Faden durch das ganze Buch zieht, sondern auch mit anderen ganz alltäglichen Dingen eines Kinderalltags. Beispielsweise mit seiner gestressten Mutter, aber auch mit seiner eigenen Wut, mit Gefühlen im Bauch. Und Anton kommt immer wieder auf recht kreative Ideen Alltagsprobleme zu lösen.Zunächst hat mich erstaunt, wie direkt und ehrlich der Text ist, von Kinderbüchern ist man mehr Zurückhaltung bei Kraftausdrücken gewohnt. Aber warum weichspülen? Und es ist auch nicht übertrieben, sondern gibt recht gut dieLebenswirklichkeitder Kinder wieder, denke ich. Das halte ich durchaus für pädagogisch wertvoll.So haben wir uns mit Anton durch die Zeit gelesen und gar nicht gemerkt, wie die Zeit verging. Wir haben Anton lieb gewonnen, er hat uns zum Lachen und zum Nachdenken gebracht und wir konnten gleichzeitig auch noch von ihm und seinem Opa lernen.Kindermeinung(fast 6 Jahre):"Das Anton-Buch mag ich. Am besten gefällt mir die Geschichte mit dem Blautag. Da malt Anton seinen Fuß blau an, weil er nur einen Strumpf findet. Und er hat auch einen guten Opa."FAZIT: Diese Rezension zu schreiben dauerte mindestens so lange, wie zwei Füße gründlich blau anzumalen, vielleicht sogar mit Muster ... und kann dem Buch dennoch kaum gerecht werden. Wir hatten (und haben) große Freude daran und deshalb empfehle ich es schlichtweg jedem ab etwa 5 Jahren weiter!