Harry August hängt in einer Zeitschleife fest: wenn er stirbt wird er wiedergeboren. Jedes Mal zur selben Zeit, im selben Körper und mit allen Erinnerungen an seine früheren Leben. Als ihm kurz vor einem seiner Tode eine Warnung über das Ende der Welt überbracht wird, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn um die Zukunft zu retten, muss Harry den Ursprung der Katastrophe finden.
Die Idee an sich finde ich sehr interessant. Doch was zunächst faszinierend klingt, entwickelt sich schnell zu einem Spiel aus Erinnerung und Wissen sowie Macht und Verantwortung. Denn dies ist kein gewöhnlicher Zeitreise-Roman, er verbindet Science-Fiction, Philosophie und Thriller-Elemente miteinander. Das Buch nimmt sich viel Zeit für Gedanken über Zeit, Wissen, Moral und Menschlichkeit. Wie verändert Wissen den Menschen? Und welche Verantwortung trägt jemand, der die Zukunft kennt? Ich muss sagen, dass diese philosophische Passagen für mich den Lesefluss meistens ziemlich ausgebremst haben.
Die vielen Zeitsprünge und wiederholten Lebensabschnitte sorgen ebenfalls für einige Verwirrung. Teilweise fiel es mir schwer, mich zeitlich zu orientieren und nachzuvollziehen, in welchem Leben gerade was passiert. Ich hatte oft das Gefühl, dass ich irgendwie überhaupt nicht hinterherkomme.
Harry ist zwar ein vielschichtiger Erzähler, mal wirkt er distanziert und melancholisch, dann wieder humorvoll und zynisch. Trotzdem ist er mir nicht sonderlich sympathisch. Da der Fokus stark auf ihm und dem zentralen Konflikt liegt, bleiben eigentlich sämtliche Nebenfiguren eher blass. Es gibt sehr wenige Personen, die tatsächlich eine größere Rolle spielen.
Einige Szenen fand ich ganz interessant, dafür waren andere irritierend belanglos und langatmig. Mir kam auch manches unnötig brutal vor. Letztendlich hat mich die Geschichte leider nicht überzeugen können, schade.