In Die Nacht der Versprengten von Iris Muhl wird eine wahre Begebenheit erzählt, die ich - und sicher auch viele andere Leute - in Teilen schon mal gehört habe. Es handelt sich hierbei also um eine bekannte Erzählung, die man in diesem Buch nochmal detaillierter geschildert bekommt.Autorin: Iris Muhl, Fontis-Brunnen Basel, 160 S., gebunden, erschienen am: 01.09.2015, Neupreis: 15,00 €Heiligabend 1944. Es klopft an einer Berghütte. Draußen stehen drei halberfrorene amerikanische Soldaten. Kurze Zeit später klopft es erneut. Diesmal sind es vier deutsche Soldaten, durchgefroren und bis an die Zähne bewaffnet. Was nun passiert, ist dramatisch und bewegend zugleich.In dieser Erzählung findet man ein sehr prägnantes Beispiel dazu, wie man als Mensch, der fest im Glauben steht, in einer sehr schwierigen Situation reagieren sollte. Gerade dann kann man erkennen, wie viel Gottvertrauen man tatsächlich hat. Das sieht man auch in diesem Buch an der Frau Vincken, die trotz ihrer großen Furcht sowohl die amerikanischen als auch deutschen Soldaten aufnimmt.Nur durch die Weisheit, die Gott ihr geschenkt hat, haben alle diese Weihnachtsnacht überlebt.Dieses Beispiel zeigt, dass Glaube an sich nicht viel mit Rationalität zu tun hat. Wir Menschen versuchen, immer für alles eine logische Erklärung zu finden, und wenn etwas nicht zusammenpasst, sehen wir es als falsch an. Das ist bei Gott nicht so.Zum Beispiel sahen es die deutschen Soldaten als falsch an, dass sie die Nacht mit den Amerikanern unter einem Dach verbringen sollten. Am liebsten hätten sie diese sofort erschossen. Der Krieg hatte die Männer so weit, dass ihre menschliche Seite mittlerweile irgendwo tief in ihnen begraben lag und nicht sofort zum Vorschein kam.Durch ihre Taten, ihre Worte und ihre Geduld, aber auch Bestimmtheit hat Frau Vincken den Männern, aber auch ihrem skeptischen Sohn Fritz ihr Gottvertrauen vorgelebt. Das fand ich mitunter am stärksten an der Erzählung, denn ihr Verhalten hat nach einiger Zeit Früchte getragen. Das ließ sich besonders dadurch sehr gut herauslesen, da die Kapitel aus unterschiedlichen Sichten geschrieben waren.An Gott zu glauben heißt nicht, dies "einfach nur zur erzählen", sondern den Worten Taten folgen zu lassen.Meiner Meinung nach ist diese Erzählung nicht nur sehr spannend, sondern auch sehr lehrreich. Man kann daraus so vieles für sich selbst mitnehmen und dadurch, dass sie sich in Wirklichkeit so zugetragen hat, fordert sie einen auf, selbst so zu handeln, wie die Frau Vincken.