Weder die Wortakrobatik noch die Illustrationen konnten mich hier am Ball halten. Ich empfand es meist sehr ermüdend und anstrengend.
Prinzessin Dylia, die sich selbst "Prinzessin Insomnia" nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von dem alptraumfarbenen Nachtmahr Havarius Opal: Der ebenso beängstigende wie sympathische Gnom kündigt an, sie in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereithält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen ...Ich habe sehr lange überlegt, ob ich dieses Zamonienbuch überhaupt lesen möchte, da es extrem gemischte Meinungen hervorgebracht hat. Da ich aber unbedingt mal wieder nach Zamonien wollte und mir so langsam die neuen Abenteuer dort ausgehen, habe ich dann doch mal zugegriffen, um mir selbst ein Bild machen zu können.Es fällt sofort auf, dass Moers dieses Mal nicht selber für die Illustrationen gesorgt hat. Das Bunte ist für Zamonien total ungewöhnlich, aber wirklich schön.Allerdings konnte mich die Geschichte kaum packen.Obwohl wir schon von der ersten Seite an mit jeder Menge Wortakrobatik konfrontiert werden, hatte ich dieses Mal wirklich Mühe am Ball zu bleiben und fand sowohl Dylia als auch ihre Wortspielereien meist eher ermüdend. (Ernsthaft, wenn Dylia so sehr unter Schlaflosigkeit leidet, kann ich ihr dieses Buch wärmstens empfehlen, denn ich habe selten mehr als ein Kapitel geschafft, ohne eine Pause einlegen zu müssen, weil ich es dermaßen ermüdend fand.)Dabei wird es im Verlaufe der Geschichte theoretisch wieder sehr abenteuerlich und gefährlich, aber ich habe mich trotzdem eher gelangweilt, da sich absolut alles immer so extrem in die Länge gezogen angefühlt hat. Ich weiß nicht, ob es vielleicht daran lag, dass Moers wohl ursprünglich nur eine Kurzgeschichte über Prinzessin Dylia verfassen wollte und das Ganze dann zu sehr aufplustern musste, aber dass ich von den meisten Wortspielen eher irgendwann genervt war und nur noch ans Ende des jeweiligen Kapitels kommen wollte, habe ich bei keinem anderen Moers bzw. Zamonienroman bisher erlebt.Kürzer wäre hier definitiv einmal besser gewesen.Fazit: Ich tue mich wirklich ein wenig schwer dieses Buch zu bewerten, denn der Einfallsreichtum, die Wortakrobatik und auch die Illustrationen sind im Grunde wieder grandios, aber es hat sich auch extrem angestrengt und auch anstrengend angefühlt, sodass ich es meist kaum erwarten konnte das Ende eines jeden Kapitels endlich zu erreichen, was ich so noch nie bei einem Zamonienabenteuer erlebt habe. Daher muss ich meine eigentlich 3,5 Sterne ab- statt aufrunden.