Humorvolle Wintergeschichten in Norddeutschland, teils etwas zu absehbar
Dora Heldt ist für humorvolle, leicht zugängliche Unterhaltungsliteratur bekannt, und auch "Schnee ist auch nur hübsch gemachtes Wasser" reiht sich nahtlos in dieses Erfolgsrezept ein. Die zehn Wintergeschichten sind bunt gemischt und greifen typische Themen auf, die vielen Leser*innen vertraut vorkommen dürften: Mal geht es um anstrengende Weihnachtstage, zu denen erwachsene Kinder den Eltern zuliebe nach Hause zurückkehren, mal mischen rüstige Rentnerinnen das Leben ein wenig auf, damit sie ihre Freiheiten als fröhliche Witwen ungestört von griesgrämigen Ehemännern genießen können.Die Erzählungen sind leicht zu lesen und bieten solide, humorvolle Unterhaltung - ideal für zwischendurch oder als leichte Lektüre für graue Wintertage. Anspruchsvoll sind sie allerdings nicht, und vermutlich werde ich sie ebenso schnell wieder vergessen, wie ich sie gelesen habe. Manchmal wirkte mir der Humor auch etwas zu platt, sodass ich mir an einigen Stellen etwas mehr Feinsinn oder Überraschungsmomente gewünscht hätte.Ein bisschen enttäuscht war ich außerdem von der geringen Abwechslung im Setting. Dora Heldt, gebürtige Sylterin, verlegt gleich mehrere Geschichten auf ihre Heimatinsel. Ähnlich verhält es sich mit der Namensgebung ihrer Figuren: Wenn in unterschiedlichen Erzählungen plötzlich wieder ein Gunther oder eine Christine auftaucht, verwirrt das etwas, da es sich eben nicht um die selben Personen handelt.Trotz dieser Kritikpunkte bleibt das Buch eine solide Sammlung unterhaltsamer Wintergeschichten. Wer leichte, humorvolle Kost sucht und Heldts Stil mag, wird mit "Schnee ist auch nur hübsch gemachtes Wasser" sicherlich ein paar gemütliche Lesestunden erleben.