Ruhige, eindringliche Geschichte über existenzielle Gedanken ¿ atmosphärisch, aber mit wenig nachhaltigem Eindruck.
Als Albert eine niederschmetternde Diagnose erhält, fährt er in das Märchenhaus der Familie. Ein einsamer Ort an einem See. Dort beginnt er, seine Gedanken in dem Hüttenbuch festzuhalten. Es sind Erinnerungen, wie die an die erste Begegnung mit seiner Frau. Aber auch was ihm aktuell mit der erhaltenen Diagnose durch den Kopf geht.Jostein Gaarder gelingt es eindrucksvoll, die Gedankenwelt eines Menschen in einer existenziellen Krise einzufangen. Sein ruhiger, beinahe meditativer Schreibstil passt hervorragend zum ernsten Thema und schafft eine dichte, nachdenkliche Atmosphäre. Die Geschichte zieht einen schnell in ihren Bann, und beim Lesen fühlt man sich, als säße man selbst an diesem stillen See.Die Kurzgeschichte lässt sich angenehm flüssig lesen und bietet einige berührende Momente. Dennoch blieb bei mir am Ende weniger hängen, als ich erwartet hatte. Trotz der intensiven Thematik fehlte mir ein nachhaltiger Eindruck, der über das Lesen hinaus wirkt.Insgesamt eine solide, stimmungsvolle Lektüre, die vor allem Fans von Gaarders Werken ansprechen dürfte, auch wenn sie nicht ganz die emotionale Tiefe erreicht, die man sich vielleicht erhofft.