Schuld und Geheimnisse zwischen Müttern und Töchtern, generationenübergreifend. Mehrere Zeitebenen; unterhaltsam, aber nicht ihr bestes.
Ulla ist fast 60, geschieden und überlegt, ob sie das Häuschen ihrer Mutter in Moosleitn am Chiemsee verkaufen soll, es steht nun schon einige Zeit leer. Ulla hatte kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter Helga, die sich nicht um sie kümmern wollte und Ulla nur zu gerne dem Vater überlassen hat, um sich als Künstlerin auszuleben. Ulla, die in ihrer Familie alles besser machen wollte, ist schockiert, als es in der Beziehung zu ihrer Tochter Sandra kriselt. Kurzentschlossen fährt sie nach Moosleitn um Abstand zu gewinnen. Dort trifft sie nicht nur alte Bekannte, sondern entdeckt auch zufällig von ihrer Mutter besprochene Kassetten. War damals vielleicht alles ganz anders? In diesem Mehrgenerationenroman geht es um Mütter und Töchter und um Schuld, die Generationen prägt. Der Roman hat mich gut unterhalten. Eine interessante Geschichte, die auf mehreren Zeitebenen erzählt wird und nach und nach das Leben der Künstlerin Helga aufblättert, die sich für viele unverständlich das Leben nahm. Ulla ist ein sympathisch gezeichneter Charakter, der gefangen ist zwischen Erinnerungen an die lieblose Mutter, einer Tochter, die auf Distanz geht, dem künstlerischen Erbe der Mutter, das ausgestellt werden soll und der Frage, was mit dem Häuschen passieren soll, an dem der Hotelier nebenan so interessiert ist. Vielleicht nicht das beste Buch von Ellen Sandberg, aber ein unterhaltsames und auch teilweise spannendes in jedem Fall.