Die Romance ist für mich auserzählt und auch die Fantasywelt wird immer unübersichtlicher. Für mich ist hier Schluss.
Casteel befindet sich in der Gefangenschaft von Poppys Mutter. Für Poppy und Kieran gilt es nun, ihn zu befreien. Gleichzeitig befinden sie sich mitten im Krieg und Poppy muss sich ihrer wahren Identität und der Prophezeiung stellen, die mit ihr und ihrer Rolle in der Zukunft der verschiedenen Reiche verbunden ist.Der letzte Band war schon nicht mehr ganz mein Fall, aber dieser Band hat mir noch einmal deutlicher gezeigt, dass die Reihe für mich einfach nicht mehr funktioniert. Die Reihe startete für mich als unterhaltsame Romance. Nachdem die Fronten unserer beiden Protagonisten aber recht schnell geklärt waren und sie zueinander gefunden haben, hat sich für mich zumindest der Romance-Aspekt der Geschichte eigentlich erledigt. Danach hat mich ihre Beziehung zunehmend kaltgelassen. Es ist zwischen den beiden einfach nur noch dick aufgetragen schnulzig oder es geht heiß her - und das auch wirklich in Momenten, in denen ich es eher unpassend finde. Bei der Stange gehalten hat mich letztlich Kieran als Charakter, aber auch hier kamen mir die Dialoge in diesem Band teilweise sehr platt vor. Prinzipiell mag ich die Beziehung zwischen Kieran und Poppy und gerade deshalb hat sie mich bisher auch noch ein Stück weit weiterlesen lassen, aber auch das hat für mich in diesem Band deutlich an Reiz verloren.Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass ich aktuell epischer Fantasy beziehungsweise Fantasy ohne den großen Fokus auf Romance deutlich den Vorzug gegenüber Romantasy gebe. Vielleicht hatte ich davon in letzter Zeit einfach eine zu volle Dröhnung. Aber auch im Vergleich zu anderen Romantasy-Büchern schwächelt die Reihe für mich mittlerweile sehr. Die ersten beiden Bände mochte ich wirklich gerne, besonders die Ausgangslage. Poppy ist mit so viel Täuschung und Verrat aufgewachsen und muss erst einmal herausfinden, wem sie wirklich vertrauen kann. Das fand ich damals richtig spannend. Danach hat die Reihe für mich aber leider immer weiter nachgelassen. Wenn man zum ersten Mal Fertigpizza isst und vorher nie eine andere Pizza hatte, kann die ziemlich gut schmecken. Wenn man danach aber einmal eine frische Pizza aus dem Steinofen gegessen hat, fällt es schwer, an der Fertigpizza noch genauso viel zu finden. Ein etwas gemeiner Vergleich, ich weiß, und er trifft sicher auch nicht auf jeden zu. Aber genau daran musste ich beim Lesen denken. Ich habe in letzter Zeit einfach Fantasy gelesen, die für mich deutlich besser funktioniert hat, und dadurch fällt mir inzwischen stärker auf, was mir hier fehlt.Nun aber mal wieder zur eigentlichen Handlung: Das Problem ist für mich, dass die Romance ihren Reiz verloren hat. Also müsste mich die Magie, Poppys Identitätsfindung und der Krieg weiterhin bei der Stange halten. Leider schafft es die Autorin in meinen Augen aber überhaupt nicht, diese Aspekte so umzusetzen, dass sie wirklich interessant sind. Vor allem die Entwicklung der Welt wird für mich immer unübersichtlicher. Ich hätte es spannender gefunden, wenn die Geschichte bei den Vampyren, Aufgestiegenen und Werwölfen geblieben wäre und vielleicht noch ein paar weitere Wesen dazugekommen wären. Stattdessen werden gefühlt mit jedem Band neue und immer mächtigere Wesen aus dem Hut gezaubert. Draken, Gottheiten, Götter, Primare... Auch Poppy wird von Band zu Band mächtiger. Das hatte ich bereits beim letzten Band kritisiert und hier setzt sich dieser Eindruck für mich fort. Es wirkt auf mich inzwischen einfach nicht mehr besonders gut durchdacht, sondern eher so, als würde die Geschichte immer genau die nächste noch größere Macht brauchen, um die Handlung weiterzutreiben. Und natürlich stellt sich auch irgendwann heraus, dass der bisher größte Feind gar nicht der größte Feind ist, weil dahinter noch jemand steckt, der noch mächtiger ist. Was mir dagegen wirklich gefallen hat, war Malik. Seine Geschichte fand ich interessant und auch ihn als moralisch grauen Charakter mochte ich gerne. Gerade solche Figuren liegen mir normalerweise sehr, und ich hätte tatsächlich gerne noch mehr über ihn erfahren. Trotzdem steige ich ab diesem Band aus. Für mich ist das Wichtigste, was ich noch wissen wollte, inzwischen geklärt. Casteel ist befreit, wir wissen, was hinter Maliks Geschichte steckt, und auch die große von JLA immer wieder angeteaserte spicy Szene ist inzwischen passiert. Klar, die Geschichte ist noch lange nicht abgeschlossen und es gibt noch einiges, was geklärt werden muss. Aber ich habe weder Lust, jetzt noch die Spin-off-Reihe zu lesen, um alles vollständig zu verstehen, noch möchte ich weitere Bände über Poppy und Casteels unglaublich große Liebe lesen. Es ist einfach nicht die stärkste Reihe der Autorin für mich. Ihren Jugendbüchern konnte ich früher deutlich mehr abgewinnen, aber natürlich muss man auch sagen, dass ich damals eine andere Leserin war. Für mich ist hier also Schluss. Die ersten beiden Bände haben mir wirklich Spaß gemacht, aber inzwischen habe ich das Gefühl, dass ich aus der Reihe herausgewachsen bin.