Eine wunderschöne und berührende Geschichte über Liebe, Freundschaft, familiären Zusammenhalt und die Tragik des Krieges.
Inhalt:Schottland, 1917: Der Erste Weltkrieg dauert noch immer an und die Zahl der Gefallenen, Vermissten und Verletzten hat unvorstellbare Ausmaße erreicht. Bonnie erlebt das Leid der verwundeten Soldaten hautnah, denn sie arbeitet in einem Krankenhaus. Unter den verletzt heimgekehrten Soldaten befindet sich neben Bonnies Bruder Archie auch dessen Kriegskamerad Connor. Connor und Bonnie verstehen sich auf Anhieb und schon bald wird Bonnie klar, dass er die Liebe ihres Lebens sein könnte. Bonnie ahnt allerdings nicht, dass hinter Connor eine schwierige Vergangenheit liegt, die ihn einzuholen droht..."Wir haben nie über unser Leben vor dem Krieg geredet, weil es einen nur an das erinnert, was man verlieren könnte. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Connor vor etwas davonläuft." (S. 223)Meine Meinung:Diese Geschichte hat mich viel mehr in ihren Bann gezogen als erwartet und ich bin richtig froh, dass ich dem Buch eine Chance gegeben habe. Liebenswerte Charaktere, eine interessante und mitreißende Handlung sowie eine wunderschöne Liebesgeschichte sorgen für schöne Lesestunden. Das schottische Küstenstädtchen Foxgirth gibt einen tollen Handlungsschauplatz ab und wird sehr atmosphärisch beschrieben.In dem Buch gibt es sowohl herzerwärmende und hoffnungsvolle als auch dramatische und nachdenklich stimmende Momente. Es überwiegen aber klar die schönen Momente, sodass es für mich insgesamt ein "Wohlfühlbuch" war, obgleich auch ernste Themen wie die physischen und psychischen Wunden der Soldaten und die Schatten des Krieges eine Rolle spielen. Die rührende Liebesgeschichte zwischen Bonnie und Connor, die Enthüllungen und Verwicklungen rund um Connors geheimnisumwobene Vergangenheit, der andauernde Erste Weltkrieg, das Aufkommen der Spanischen Grippe und der Aufbau der Whiskeybrennerei durch die Dennon-Geschwister sorgen dafür, dass man beim Lesen mit Interesse dabeibleibt. Allerdings hätte das Erzähltempo für mein Empfinden an der einen oder anderen Stelle ein kleines bisschen höher sein können.Schon die ersten Szenen haben mich sehr für die Geschichte eingenommen und dafür gesorgt, dass ich Bonnie, ihren Bruder Archie und dessen Freund Connor direkt ins Herz geschlossen habe. Krankenschwester Bonnie wird gebeten sich um einige etwas anstrengende und hitzköpfige schottische Patienten zu kümmern. Bonnie stellt dann zu ihrer grenzenlosen Freude fest, dass es sich bei den besagten Kerlen um ihren endlich von der Front heimgekehrten Bruder Archie und dessen Kameraden handelt. Bonnie und Archie sind überglücklich sich wiederzusehen und Connor ist von Bonnie von Beginn an verzaubert. Nach einigen Wochen kehren Bonnie und Archie dann in ihr Heimatdorf Foxgirth zurück, wohin auch Connor die beiden begleitet. In Foxgirth lernt man dann weitere Mitglieder der Dennon-Familie kennen, die man ebenfalls einfach gernhaben muss. Es ist toll mit wieviel Herzlichkeit und Selbstverständlichkeit die Familie Dennon schließlich Connor in ihrer Mitte aufnimmt und es freut einem sehr für Conner, weil er bis dahin ein recht einsames Leben geführt hat. Überhaupt sind der familiäre Zusammenhalt und die bedingungslose Unterstützung innerhalb der Dennon-Familie sehr bewegend und einfach schön zu verfolgen. Dabei kommen aber auch unterhaltsame Sticheleien, Wortgefechte und kleine Streitigkeiten zwischen den charakterlich doch recht unterschiedlichen Geschwistern nicht zu kurz. Vor allem die rebellische Blaire macht oft ihr eigenes Ding und hat keine Lust sich von ihren Geschwistern reinreden zu lassen.Die Liebesgeschichte zwischen Bonnie und Connor ist wunderschön. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und entwickeln schon bald Gefühle füreinander. Zunächst sind jedoch beide noch zu zurückhaltend und unsicher um den ersten Schritt zu tun und zu diesen Gefühlen zu stehen. Eines muss ich der Autorin wirklich lassen: Sie beschreibt selbst kleine Momente zwischen Bonnie und Connor so berührend und eindrücklich, dass die tiefe Zuneigung zwischen den beiden richtig spürbar ist. Da sagen Blicke und kurze Wortwechsel oft mehr als tausende Worte. Sowohl Connor als auch Bonnie überzeugen mit ihrer liebenswerten, empathischen, freundlichen und ehrlichen Art. Beide sind einem durch und durch sympathisch und man wünscht ihnen nur das Allerbeste. Daher bangt man sehr um ihr gemeinsames Glück als Connor von seiner problematischen Vergangenheit eingeholt wird und alles zu verlieren droht. Das daraus resultierende Gefühlchaos und Beziehungsdrama geht einem nahe ohne dass es (wie es leider in so einigen anderen Liebesromanen der Fall ist) übertrieben oder konstruiert wirkt.Es wird ein lebendiges Bild vom Leben zu Zeiten des Ersten Weltkrieges entworfen. Dabei wird vor allem das Leid der Soldaten sehr eindrücklich beschrieben: Verletzungen (bis hin zu Amputationen), Kriegsneurosen und psychische Probleme machen es den ehemaligen Soldaten schwer in ihr alte Leben zurückzukehren und die belastenden Kriegserlebnisse hinter sich zu lassen. Manche von ihnen sind nicht mehr die, die sie vorher gewesen sind. Auch die schwierige Situation der Angehörigen der Soldaten wird einem in sehr bewegender Weise nahegebracht. Zu jeder Zeit konnte ein Brief vom Kriegsministerium eintreffen, der einem über den Tod eines geliebten und schmerzlich vermissten Menschen informierte. In anderen Fällen erhielten die Angehörigen eine Vermisstenmeldung mit der für sie ein monatelanges Hoffen und Bangen um das Leben des als vermisst gemeldeten Soldaten begann. Es dauerte nämlich oft sehr lange bis Klarheit darüber herrschte, ob der Betreffende verwundet, verstorben oder in Kriegsgefangenschaft geraten war. Diese schmerzliche Erfahrung macht in der Geschichte auf die Familie Dennon, denn das Schicksal von Bonnies Brüdern Ian und Keillan ist zunächst ungewiss.Es gibt noch eine weitere Sache, die ich positiv hervorheben möchte: Die in der Geschichte vorkommenden Nebenfiguren sind eine Bereicherung und alles andere als austauschbar oder überflüssig. Man nimmt auch am Leben von Bonnies Geschwistern Anteil und es wird in gelungener und unaufdringlicher Weise Interesse für deren Schicksal geweckt. Ich kann es mir daher sehr gut vorstellen weitere Bände der Reihe zu lesen in denen dann immer jeweils eine dieser Nebenfiguren im Mittelpunkt stehen wird.Das Ende des Buches schenkt einem ein rundum gelungenes, wunderschönes und rührendes Happy End. Dabei fand ich es auch toll und unterhaltsam welche Kleinigkeit sich Blaire am Ende hat einfallen lassen um Bonnie und Connor so zu einem Happy End zu verhelfen. Ich habe bzgl. des Endes lediglich einen kleinen Kritikpunkt: Connors Schwierigkeiten haben sich für mein Empfinden etwas zu leicht in Luft aufgelöst. Das hat man ihm und vor allem auch Bonnie aber sehr gegönnt und deswegen verzeihe ich das gerne. Erfreulicherweise hat das Buch keinen Cliffhanger. Es zeichnet sich jedoch ab, welche der Nebenfiguren im nächsten Band in den Mittelpunkt der Geschehnisse rücken werden, weil in Bezug auf diese Personen noch ein paar Unklarheiten bestehen. Man merkt, dass die Geschichte der Dennon-Familie noch nicht auserzählt ist.Fazit:Dieses Buch hat mich sehr positiv überrascht. Es handelt sich um eine wirklich herzerwärmende und ergreifende Geschichte in der auch dramatische und nachdenklich stimmende Momente nicht zu kurz kommen. Die damalige Zeit und der historische Hintergrund werden gekonnt zum Leben erweckt und die tollen Haupt- und Nebenfiguren werden beim Lesen richtig lebendig. Mein Interesse für die Folgebände wurde geweckt und ich kann es mir gut vorstellen nach Foxgirth und zur Familie Dennon zurückkehren!Zum Schluss noch eines der schönsten Zitate aus dem Buch:[Bonnie:] "Wenn dieser Krieg vorüber ist, sollten wir uns unterhalten." Ihre Stimme zitterte beinahe. "Wenn du mich dann noch nicht vergessen hast", fügte sie hinzu. [Connor:] "Ich werde dich niemals vergessen." (S. 233)