Viv, eine wilde und tapfere Ork-Kriegerin, ist nach Jahren voller Abenteuer und Fährnisse des Kämpfens müde geworden. Sehr zum Unwillen ihrer Gefährten beschließt sie, das Schwert an den Nagel zu hängen - und dafür ein Kaffeehaus zu eröffnen. In der Hafenstadt Thune setzt sie zusammen mit dem Kobold Cal ihren Plan in die Tat um und lockt mit dem exquisiten Getränk schon bald Krieger, Zwerge und Wesen jeglicher Art an ... und leider auch den bösen Elf Fennus, der von Viv ein geheimnisvolles Artefakt stehlen will. Aber auch wenn Viv sich mittlerweile in die Succubus Tandri verliebt hat, ist sie alles andere als eingerostet und nimmt den Kampf auf!Dieses Buch wurde mir im Laufe der Zeit von so vielen Menschen empfohlen, dass gar kein Weg mehr daran vorbei geführt hat und ich es mir jetzt endlich mal vorgenommen habe.Meine Erwartungen waren also dementsprechend hoch.Was mir ja sofort gefallen hat, war dass wir hier Held:innen haben, die in den üblichen Fantasybüchern meist nur Beiwerk oder sogar "die Bösen" sind, während der Elf in dieser Geschichte, eindeutig am Zwielichtigsten ist.Das alleine war schon eine schöne Abwandlung der üblichen Klischees und hat mit dafür gesorgt, dass mir diese Geschichte schnell sympathisch wurde.Ich habe mich auch schnell in dieser Welt wohl gefühlt, da es nicht nur sehr leicht und angenehm zu lesen war, sondern auch wirklich ziemlich gemütlich ist.Auch die Figuren mochte ich sehr schnell, aber genau hier lag auch ein ziemlicher Knackpunkt:Denn gerade die Freundschaften, die sich hier bilden, hätten eigentlich Anlass gegeben, um auch den Figuren neben Viv viel mehr Tiefe zu geben. Von einigen erfahren wir ja nur minimalste Hintergrundgeschichten - wenn überhaupt -, was ich wirklich schade fand, da sie für Viv ja alle schnell zu mehr als einfachen Freunden werden.Da war für mich ein wenig Potenzial verschenkt, aber vielleicht lag es auch an meinen erhöhten Erwartungen, dass ich mir ständig noch ein wenig MEHR gewünscht habe.Fazit:Eine wirklich extrem angenehme und gemütliche Atmosphäre mit tollen Figuren, die mal etwas aus den üblichen Fantasyklischees ausbrechen durften, aber ich hätte mir - gerade in Bezug auf die wunderbaren Freundschaften - noch deutlich mehr Tiefe gewünscht. (3,5 Sterne)