Ein verlassenes Haus am Ortsrand von Siglufjörður: Einer der beiden örtlichen Polizisten wird mitten in der Nacht kaltblütig ermordet. Warum war er um diese Uhrzeit dort draußen? Seinen Kollegen Ari trifft dieser Fall besonders. Und mit seinen Ermittlungen scheint er schlafende Hunde zu wecken, haben in diesem kleinen Ort dort mehr Leute etwas zu verbergen, als Ari geahnt hat. Nach und nach eröffnet sich ihm die ganze Tragödie eines menschlichen Lebens ...Der fünfte Band der "Dark-Iceland"-Reihe startete herrlich düster und sogar - für diese Reihe - unerwartet spannend, denn wir erleben den Mord an Aris Kollegen hautnah mit und bleiben somit mit mehr Fragen, als der nach dem Täter, zurück.Ein wirklich gelungener Einstieg, besonders da die Reihe trotz ihrer Einordnung als Thriller bisher nicht gerade mit übermäßig viel Spannung aufwarten konnte.Leider wird diese Spannung aber nicht sehr lange aufrecht gehalten.Die Ermittlungen sind zwar relativ intensiv, weil eben ein Polizist zum Opfer wurde und dementsprechend die Presse auch ziemlichen Druck macht und sich Ari zudem auch fragen muss, ob er nicht vielleicht das Opfer hätte sein sollen, da eigentlich er derjenige war, der Dienst hätte haben sollen, jedoch krank im Bett lag.Aber schnell treten auch wieder die privaten Probleme und Befindlichkeiten von Ari in den Vordergrund, da es in der Beziehung zwischen ihm und Kristin mal wieder kriselt, was allerdings die Handlung auch immer wieder mal vor sich hin plätschern lässt.Dafür war es nett, dass Tomas, Aris früherer Vorgesetzter, zurück nach Siglufjörður geschickt wird, um die Ermittlungen zu leiten, da er dort aufgewachsen ist. Denn natürlich zeigt sich hier mal wieder sehr klar, dass die Menschen dort Ari noch immer als Außenseiter und Neuzugezogenen sehen. Für ein wenig Spannung sorgten dafür die verstreuten Tagebucheinträge eines anonymen Insassen aus der geschlossenen Psychiatrie, die wir immer mal auszugsweise eingestreut bekommen. Das Rätselraten darum, um wen es sich dabei handeln könnte und vor allem, wie diese Auszüge mit dem Fall zusammen hängen, schafft es auf jeden Fall, dass es interessant bleibt.Mit der Zeit wurde immer klarer, dass das unterschwellige - und alles verbindende und beherrschende - Thema dieses Mal häusliche Gewalt ist und uns werden nicht nur einige Erzählungen aus der Vergangenheit, sondern auch direkte Szenen von häuslicher Gewalt zugemutet.Das war schon ungewöhnlich viel direkt dargestellte Gewalt für diese Reihe.Ja, natürlich haben diese Szenen die Spannung wieder hochgetrieben, aber gebraucht hätte ich persönlich sie nicht.Die Fäden all dieser Handlungsstränge liefen dann wirklich gut zusammen und obwohl ich die Auflösung irgendwann auch genau so erwartet hatte und meist nur mäßige Spannung aufkam, ist es doch so flüssig und nervenaufreibend geschrieben, dass ich das Buch an einem Tag durchlesen musste.Jetzt bin ich nur gespannt, ob Ari im nächsten Teil wirklich endlich mal mit der Geschichte um seinen Vater herausrückt. Er deutet da ja schon lange etwas an, aber nun plant er endlich alles Kristin zu erzählen, wohl auch in dem Versuch, sie zu halten. Ich bin also gespannt, ob auch wir endlich dieses Geheimnis erfahren.Ob diese Offenheit allerdings irgendetwas an der Beziehung retten kann, wage ich stark zu bezweifeln.Fazit: Der fünfte Teil der "Dark-Iceland"-Reihe startet ungewohnt spannend und auch, wenn er diese Spannung mal wieder nicht halten kann, ist die Geschichte doch nervenaufreibend genug, dass ich das Buch an einem Tag lesen musste.Das unterschwellige Thema der Handlung ist jedoch häusliche Gewalt und wir kriegen da auch einige Szenen direkt serviert. Also sicherlich nicht das richtige Buch für jede:n.