Spannendes Worldbuilding, überraschende Wendungen, interessante und abwechslungsreiche Charaktere - ein magischer, absolut gelungener Reihen
Mit "Tinte und Knochen" ist Band 1 aus der 5-teiligen Reihe "Die magische Bibliothek" erschienen.Der Autorin Rachel Caine ist ein fantasievoller und spannender Auftakt gelungen, der die Leserschaft in die Welt der Bücher führt.Die magische Bibliothek in Alexandria ist eine sehr machtvolle Institution, die in vielen Städten der Welt Außenstellen besitzt und deren Mitglieder die Macht über die Menschen in Form des gesammelten Wissens in ihren Händen halten.Der persönliche Besitz von Büchern ist in dieser Welt unter strengstens Strafen verboten. Für die Verfolgung Abtrünniger sorg die Hohe Garda der Biblithek.Jess, Mitglied einer Schmugglerfamilie, bekommt die Chance, als Postulant an der magischen Bibliothek zu starten und somit einmalige Einblicke in die Welt der Bibliothek zu erhalten und ganz nebenbei seiner Familie als Spion zu dienen. Doch seine anfängliche Begeisterung für den angestrebten Posten schlägt im Laufe Ausbildung um, denn je mehr er hinter die Kulissen der Institution schauen kann, desto weniger gefällt ihm, was er sieht.Der Schreibstil der Autorin hat mich von Beginn an begeistert. Auch wenn ich ein paar Seiten gebraucht habe, um die erschaffene Welt zu verstehen, bin ich danach schnell in die Welt der magischen Bibliothek, der Brandschatzer und Obskuristen eingetaucht und habe mit Jess und seinen Mitpostulanten mitgefiebert.Die Kapitel sind recht lang, was aber nicht stört, da durch immer wieder eingestreute Absätze ein Innehalten möglich ist. Vor dem Beginn eines jeden Kapitels steht das sogenannte Ephemera - aus diesen eingestreuten Notizen, Briefwechseln etc. bekommt man als Leser Hintergründe mit, die einem Stück für Stück mehr über die Machenschaften verraten.Die Entwicklung der Handlung war anders als ich es erwartet habe. Die erschaffene Welt ist anschaulich geschildert und birgt großes Potential für die weiteren Bände.Der Spannungsbogen war deutlich spürbar. Durch einige überraschende Wendungen war es zu keiner Zeit langweilig dieses Buch zu lesen.Die Charaktere sind authentisch geschildert, abwechslungsreich und bergen Entwicklungspotential, welches sich bereits im 1. Band abzeichnet.Die Geheimnisse und Intrigen, denen Jess im Laufe der Geschichte auf die Spur kommt, sind spannend und düster. Die Bibliothek scheint die Macht über ihr Wissen mit allen Mitteln behalten zu wollen. Ein Menschenleben ist weniger wert als ein Buch.Am Ende des ersten Bandes bleibt viel Raum für Vermutungen über den Fortgang der Geschichte.Ich werde auf jeden Fall schnellstmöglich die weiteren Bände dieser Reihe lesen und kann sie jedem Fantasy- und Bücherfreund nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.