Dunkle Wälder, Nebelschwaden, einsame Gehöfte, Hellseher und Reichsbürger ¿ eine interessante Krimikombi.
Am Rande der Feier zu ihrem 60. Geburtstag bekommt KHK Carla Stach Hinweise auf einen Mord - von einer Hellseherin. Obwohl sie allem Übernatürlichem skeptisch gegenübersteht, beinhalten die Angaben doch einige Details denen sie nachgeht und kurz darauf auf eine verschwundene junge Frau stößt. Während Carla und Julia diesem Fall nachgehen arbeitet ihr Kollege Maik als verdeckter Ermittler für das LKA in der rechten Szene und versucht in den inneren Kreis einer Reichsbürgergruppe zu gelangen, welche mit brutalen Morden an Aussteigern die Polizei in Atem hält.Auch der 3. Teil dieser Reihe glänzt wieder mit fantastischen Landschaftsbildern, die Einsamkeit, dunkle Wälder, versteckte Sehen und abgelegene, kleine Dörfer - da glaubt man gern auch an Geister und Übernatürliches. Ähnlich ergeht es Carla Stach, zumal einige Vorhersagen tatsächlich eintreten. Kann die Gastwirtin mit dem zweiten Gesicht wirklich in die Zukunft blicken oder ist sie selbst in den Fall verwickelt? Je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto mehr vernetzt sich die Suche nach der Frau und der Fall der Reichsbürgergruppe miteinander und auch die Beamten geraten in tödliche Gefahr.Richard Brandis schreibt wie gehabt flüssig und bildhaft, die Spannung bleibt bis zur letzten Seite auf hohem Niveau und doch kam dieser Teil meiner Meinung nach nicht ganz an seine Vorgänger heran. Mich störte einerseits die ganze Hellsehereigeschichte, da wurde zu dick aufgetragen und ausgerechnet die Reichsbürgergruppe zu der die Polizei keinen Zugang findet und die sich perfekt abschottet, lässt sich aus den Karten vorhersagen ob ihre Aktionen erfolgreich sind und dann die woke angehauchten Diskussionen ob Voodoo als Herabwürdigung von Naturreligion verdammt werden sollte - ne das war übertrieben und hat mir ein wenig den Spaß an dem Buch genommen. Aber trotzdem - spannende Unterhaltung und ich freue mich auf den 4. Band.