Mit Beginn der Reise und Urlaubszeit hatte ich mal wieder Lust, einen spannenden Kriminalfall zu lesen, der in einer norddeutschen Gegend angesiedelt ist und so nebenher eine mir bisher unbekannte Gegend kennenzulernen. So stieß ich auf diesen Krimi.Carla, ehemalige Mordermittlerin, jetzt Kommissarin einer kleinen Gemeinde, ist vor zwei Jahren mif ihrer Tochter Lana in ein Häuschen im Wendland gezogen. Hier ereilt sie bei der Gartenarbeit die Nachricht, dass der 18jährige Justus ermordet wurde. Sie nimmt die Ermittlungen auf. Lana, siebzehn und feinfühlig, ist eine besondere Tochter. Zwischen Carla und ihr besteht ein besonderes, nicht ganz einfaches, aber vertauensvolles Verhältnis. Beide haben eine traumatische Erfahrung mitgebracht, die noch heilen muss.Die Landschaftsbeschreibungen des Wendland's sind der Autorin sehr gut gelungen. Einfühlsam, mit genauem Blick beschreibt sie die Gegend so, dass dies den Fall nicht überlagert und gleichzeitig so, dass man sich alles gut vorstellen kann und am liebsten mal hinreisen würde.Die Charaktere der Protagonisten sind ausreichend tief beschrieben. Besonders über Clara und Lana erfährt man manches, aber immer noch so, dass man auf Fortsetzung neugierig bleibt. Auch Carla's Kollegen sind sympathisch oder auch mal nicht, so dass es gut passt.Die Mordermittlungen erweisen sich als sehr spannend und gut geschildert. Man kann die Gedanken der Beamten gut nachvollziehen, alles ist gut aufeinander abgestimmt und man kann gut folgen. Auch der Spannungsbogen ist durchweg hoch, so dass man die Lektüre kaum unterbrechen möchte. Ein Handlungsstrang wurde leider nicht fertig ermittelt, da er an Relevanz verlor, ich hätte aber trotzdem gern mehr gewusst. Auch bezüglich der Hierarchie und der Befugnisse im Kommissariat hätte ich mir ausführlicher Infos gewünscht. Das hat aber für die Lösung des Falls keine Wichtigkeit.Mir hat dieser erste Fall mit Clara, ihrer Tochter und ihrem Team sehr gefallen und ich freue mich auf Teil zwei.