Dieses Buch ist der erste Band der Reihe und gleichzeitig mein erstes Buch der Autorin. Ich habe Vermisst - Der Fall Anna eher zufällig in der Bücherei entdeckt und mir ausgeliehen - ohne große Erwartungen, da mir der Name Christine Brand bis dahin nichts gesagt hatte. Umso schöner war es, positiv überrascht zu werden.Von der ersten Seite an gelingt es der Autorin, einen kontinuierlichen Spannungspegel aufzubauen. Die Geschichte entwickelt sich ruhig, aber konsequent, und verliert dabei nie an Intensität. Besonders gefallen haben mir die Charaktere: Jeder für sich ist auf seine eigene Art sympathisch, mit Ecken und Kanten, und vor allem authentisch gezeichnet.Die Kapitel haben eine sehr angenehme Länge und werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was gut nachvollziehbar bleibt und der Geschichte zusätzliche Tiefe verleiht. Viele Kapitel enden mit kleinen Cliffhangern, sodass man automatisch weiterlesen möchte. Man fiebert durchgehend mit, überlegt ständig, was passiert sein könnte, und fühlt intensiv mit den Protagonisten mit.Gerade die persönlichen Schicksale, etwa der frühe Verlust der Mutter bei einzelnen Figuren, geben der Geschichte eine emotionale Ebene, die zum Nachdenken anregt. Bis kurz vor dem Ende bleibt vieles offen und nicht eindeutig - und genau dann setzt der Wow-Effekt ein.Christine Brand schafft es hier, den Leser bis zur letzten Seite zu fesseln. Für mich steht fest: Das war definitiv nicht mein letztes Buch dieser Autorin.Ein spannender, emotionaler Kriminalroman mit starkem Aufbau und überraschender Auflösung - klare Leseempfehlung.